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Polizisten untersuchen den Tatort.

Polizei jagt Täter

Vergewaltiger aus dem Englischen Garten: Sie haben eine Spur

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München - Nach tz-Informationen gibt es nun eine DNA-Spur des Vergewaltigers aus dem Englischen Garten, die europaweit in Datenbanken verglichen wird.

Der Mann ist wirklich gefährlich. Und er könnte es jederzeit wieder tun. Zu diesem beunruhigenden Schluss sind Profiler des Münchner Polizeipräsidiums gekommen, die an der Suche nach dem bislang unbekannten Vergewaltiger am Isarkanal im nördlichen Teil des Englischen Gartens in Oberföhring beteiligt sind. Doch es gibt auch eine gute Nachricht, die Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag noch nicht kommentieren wollten. Nach tz-Informationen gibt es nämlich nun eine DNA-Spur des Täters, die europaweit in Datenbanken verglichen wird. Vielleicht der erste Schritt zur Klärung dieses Falles, der seit zwei Wochen für große Verunsicherung in der Bevölkerung sorgt.

Am Abend des 18. Dezember überholte ein etwa 30 bis 50 Jahre alter Jogger (ca. 1,80 Meter groß, trug dunkle Sportkleidung und eine dunkle Mütze ohne Bommel) nahe des Stauwehrs in Oberföhring eine Frau (45), die dort ebenfalls joggte. Dieser Mann lauerte ihr kurz danach auf und schlug sie in der Dunkelheit von hinten nieder. Er zerrte die bewusstlose Frau vom Weg ins Gebüsch und verging sich an ihr. Dann ließ er sie dort hilflos liegen. Glücklicherweise erwachte die Frau wenig später wieder – andernfalls wäre sie in dieser Frostnacht wahrscheinlich erfroren. Spaziergänger griffen sie auf und begleiteten sie zur Emmeramsmühle, wo Polizei und Notarzt gerufen wurden.

Polizei: „Dieser Fall ist eine große Ausnahme“

Von Anfang an übernahm die Mordkommission den außergewöhnlichen Fall. Nach Darstellung von Polizeisprecher Thomas Baumann ist diese Konstellation des im Gebüsch lauernden, potenziellen Mörders, der fremde Frauen derart brutal angreift und vergewaltigt, äußerst selten: „Dieser Fall ist eine große Ausnahme.“

53 Hinweise aus dem ganzen Stadtgebiet hat die Münchner Mordkommission (Tel. 089/29 100) seither bekommen. Die heiße Spur war noch nicht dabei. Zudem fragten Dutzende Anrufer, wie sich Jogger abends richtig verhalten sollen.

So joggen Sie abends sicher

Wenn es draußen ­dunkel ist, sollten ­Jogger – Männer wie Frauen – diese Ratschläge der Polizei beachten: Suchen Sie sich Wege, die belebt und beleuchtet sind. In der Laufgruppe oder wenigstens zu zweit ist man sicherer. Verzichten Sie auf Musik und Ohrstöpsel, so nehmen Sie die Umgebung besser wahr. Nehmen Sie Ihr Handy mit! Wenn Sie das Gefühl haben, verfolgt oder beobachtet zu werden, rufen Sie sofort über 110 den Notruf der Polizei und suchen Sie Schutz bei Passanten oder am nächsten Haus. Nehmen Sie ­eine Trillerpfeife oder einen Schrill- bzw. Taschenalarm mit. Die kleinen Retter pfeifen mit 110 Dezibel, kosten nur 15 Euro. Elektroschocker oder Pfefferspray dagegen unterliegen dem Waffengesetz. Und: Der Täter könnte sie Ihnen entreißen und gegen Sie verwenden. Zudem empfiehlt die Polizei Selbstverteidigungskurse.

Täterbeschreibung

Der Tatverdächtige flüchtete unerkannt und konnte bislang noch nicht ermittelt werden. Der Mann soll zwischen 30 und 50 Jahre alt und etwa 1,80 Meter groß sein. Er soll dunkle Sportkleidung sowie eine dunkle Mütze ohne Bommel getragen haben.

Zeugenaufruf

Personen, die Hinweise zur Person des Tatverdächtigen oder zu der Tat selbst machen können, werden gebeten, sich mit der Mordkommission München unter Telefon 089 / 29 10 - 0 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Dorita Plange

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