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Xaver Finkenzeller, Helios-Präsident, ist wegen der Klage stocksauer.  

Klage gegen Sportverein

Verwaltungs-Posse: Stadt bringt SV Helios in die Bredouille

Die Stadt München hat den Sportverein Helios Daglfing verklagt. Der Grund ist skurril: Aus Personalmangel hatte die Stadt bislang keine Zeit für eine gütliche Einigung. Und nun hat sie Angst, eventuelle Ansprüche zu verlieren. Es geht um 1694 Euro. 

München - Diese überschaubare Summe fordert die Stadt von dem Bogenhauser Sportverein. Es handelt sich um die Abrechnung der Umsatzbeteiligung des Vereins an der Gaststätte aus den Jahren 2013 und 2014. Doch in diesen Jahren lief die Wirtschaft schlecht. Erst blieben die Gäste weg, dann verschwand plötzlich der Wirt. Die Gaststätte stand fast ein Dreivierteljahr lang leer, bevor sich ein neuer Gastronom fand. „Ohne Umsatz keine Beteiligung“, sagt Helios-Präsident Xaver Finkenzeller. Die Stadt habe davon aber nichts hören wollen.

Anfang Juli 2016 schickte der Vereinschef dem Kommunalreferat ein Vergleichsangebot. Jede Seite übernimmt die Hälfte – und die Sache ist erledigt. Seitdem hat Finkenzeller nach eigenen Angaben nichts mehr gehört – trotz mehrfacher Nachfrage. Bis jetzt.

Vor einigen Tagen flatterte dem Verein die Klage ins Haus – mit durchaus kurioser Begründung. „Aufgrund personeller Engpässe“ habe man das Vergleichsangebot bislang nicht abschließend bearbeiten können. „Aus organisatorischen Gründen haben wir deshalb rein vorsorglich, zur Hemmung der Verjährung eventueller Ansprüche, Klage beim Amtsgericht München eingereicht.“

„Unglaublich“, findet das Xaver Finkenzeller. Die Stadt schaffe es sechs Monate lang nicht, mit dem Verein zu reden, dafür komme jetzt eine Klage, weil man Angst hätte, etwa 800 Euro könnten zum 31. Dezember 2016 verjährt sein. „Ein einfacher Anruf hätte genügt.“ Der Verein wäre durchaus bereit gewesen, eine Verjährungs-Verzichtsvereinbarung zu unterzeichnen. So könne man mit Vereinen nicht umgehen, schimpft der Präsident.

Finkenzeller ist selbst Rechtsanwalt. Trotzdem ärgert ihn die Sache immens. Obwohl das Kommunalreferat schreibe, man sei an einer „zeitnahen außergerichtlichen Erledigung der Angelegenheit“ interessiert, „kommen wir da gar nicht mehr ohne Verlust raus“. Zahle Helios nun die halbe Summe, habe die Stadt das Verfahren quasi gewonnen und der Verein müsse auch für die Anwaltskosten aufkommen, erläutert er. Die Stadt habe nämlich nicht die eigene Rechtsabteilung, sondern einen externen Anwalt beauftragt. Das kommt sie bei diesem niedrigen Streitwert offenbar billiger. „Wir müssen nun Rücklagen für den Prozess bilden“, meint der Vereinsboss. Dabei gehe es Helios finanziell sowieso nicht so rosig. Wegen der Stadt stecke der Verein in einer Bredouille, die vermeidbar gewesen wäre. Da hilft auch der letzte Satz des Schreibens aus dem Kommunalreferat nichts: „Wir bitten Sie, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.“ 

Carmen icK-Dietl

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