Bruce Springsteen (Mitte) mit Gitarrist Steve van Zandt (rechts) und dem Schlagzeuger Max Weinberg von der E Street Band im Münchner Olympiastadion.
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Bruce Springsteen (Mitte) mit Gitarrist Steve van Zandt (rechts) und dem Schlagzeuger Max Weinberg von der E Street Band im Münchner Olympiastadion.

„Boss“ Springsteen rockt das Olympiastadion

München - Bruce Springsteen hat am Donnerstagabend vor 40.000 Menschen im Münchner Olympiastadion gerockt. So war das Konzert vom „Boss“:

Der Boss vom Boss, hoch droben über dem Olympiastadion, hatte ein Einsehen. Zwei Stunden vor dem Konzert von Bruce Springsteen gestern Abend sah's noch nach der großen Sintflut aus - Springsteen als Schwimmsteen. Doch als der Boss, als Bruce Allmächtig , die Bühne enterte, blinzelte beinahe noch ein Rest Sonne in die Arena.

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Und wenn es geregnet hätte, wär's fast auch egal gewesen. Noah hatte die Arche, Bruce hat die unsinkbare E Street Band - mit der er den Fans gestern, mit schier atemberaubender Power und sensationeller Spielfreude, einen „Glory Day“ bescherte.

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„Grüß Gott Munchen, auf geht's, one, two“, begrüßte Springsteen die 40.000, die ihm vom Auftakt „Badlands“ an zu Füßen lagen. Und wie es aufging - mit dem zweifellos besten Boss der Welt! Es ist 20.15 Uhr, als Springsteen zur Arbeit antritt, die Ärmel hochgekrempelt wie eh und je, bereit zur Musik-Maloche.

Große Frage zu Beginn: Welchen Konzertauftakt haben sich Bruce und seine Kumpels für München ausgedacht? Bei den letzten Konzerten gab's hier immer eine lokale Überraschung – tags zuvor in Bern eröffnete Nils Lofgren solo am Akkordeon doch tatsächlich mit dem Schweizer Volkslied „Ds Bärner Oberland isch schön“.

Zwei Tage vorher in London ging's handfest punkig zur Sache, mit dem ewigen Clash-Klassiker „London Calling“. In München hat sich Lofgren „Muss i denn zum Städtele hinaus" ausgesucht - nicht wirklich münchnerisch, aber für Amerikaner volksmusikalisch schon recht treffsicher.

Und davon abgesehen: Wer so phänomenal loslegt wie Springsteen, braucht keinen Lokalkolorit. Die ersten „Hohoho”-Chöre gleich zu Beginn beim energiegeladenen „Badlands", dann „My Lucky Day" mit einem fabelhaften Sax-Solo von „The Big Man" Clarence Clemons.

Im Anschluss mit „No Surrender" das nächste Brett. „Is there anybody alive in Munich tonight?" brüllt ein regelrecht euphorisch und bisweilen gar herrlich albern wirkender Boss, der sich irgendwann sogar eine Qietscheente schnappt. München antwortet: Yes, Boss, wir leben! Und wie!

Angetrieben von der Rhythmusmaschine mit „Mighty Max“ Weinberg an den Drums und Basser Garry Talent beweist die E Street Band, dass die Topform der beiden letzten Alben „Magic“ und „Working On A Dream“ kein Zufall war.

Und spätestens, als sich Springsteen bei „Spirit In The Night“ ins Publikum wirft, mit einem kleinen Jungen im Duett singt und Papierflieger bastelt, gibt's keinen Zweifel mehr: Der Boss ist unschlagbar - bei jedem Wetter!

Jörg Heinrich

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