Carl Spitzweg (1808 - 1885) Maler und Apotheker

München - Eigentlich hätte er Apotheker werden sollen. Und seinen Abschluss-Noten nach zu urteilen, hatte er durchaus Talent: Nach dem Besuch des Wilhelmsgymnasiums schloss Franz Carl Spitzweg das Studium der Pharmazie, Botanik, Chemie, Physik und Zoologie an der Münchner Universität 1832 mit Auszeichnung ab.

Doch ein Jahr später wandte sich der Sohn aus großbürgerlichem Hause, durch eine Erbschaft finanziell unabhängig, der Malerei zu, die ihn schon seit seinem 16. Lebensjahr fasziniert hatte. Mit seinen Pointenbildern setzte er Maßstäbe. Und obwohl er nie eine Akademie besucht hat, zählt er heute zu den bedeutendsten Malern des Biedermeier.

Die Welt zu romantisieren, um "den ursprünglichen Sinn" wiederzufinden - dieser Maxime folgend malte Spitzweg zunächst im Stil der Spätromantik. Später, als sein Blick von der pointierten Milieustudie zur Idylle wechselte, ließ er sich vom Impressionismus beeinflussen. Neben seinen Bildern - zu den berühmtesten zählt der "arme Poet" aus dem Jahr 1839 - fertigte Spitzweg ab 1844 auch satirische Zeichnungen für die in München erscheinenden "Fliegenden Blätter". Diese Wochenschrift gab mit ihren Figuren "Biedermann" und "Bummelmaier" die Vorlage für Adolf Kußmauls Schulmeister Gottlieb Biedermeier, dem die Epoche ihren Namen verdankt. Lange blieb der Autodidakt, der seine Chemie-Kenntnisse nutzte, um besonders leuchtende Farben herzustellen, ein Außenseiter in der Münchner Kunstszene.

Den Durchbruch brachte die Weltausstellung 1867, auf der er mit vier Bildern vertreten war. Im folgenden Jahr nahm die Akademie der Künste in München Spitzweg als Ehrenmitglied auf, und nun wuchs auch das Interesse an seinen Bildern. Den Höhepunkt seines Ruhmes hat Carl Spitzweg freilich nicht mehr erlebt: Er starb am 23. September 1885 in seiner Wohnung am Münchner Heumarkt und wurde auf dem alten Südfriedhof beerdigt.

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