Ein Polizeiwagen steht vor dem Karlsplatz in München.
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Ab Mittwoch verliert die nächtliche Ausgangssperre in München vorerst wieder ihre Gültigkeit (Symbolbild).

Nachtschwärmer aufgepasst!

Lockdown-Wirrwarr in München: Ab 22 Uhr galt die Ausgangssperre - doch nur für zwei Stunden

  • Lukas Schierlinger
    vonLukas Schierlinger
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Was gilt denn jetzt eigentlich? Der Corona-Lockdown in München ruft in der Nacht auf Mittwoch eine fast schon bizarre Situation hervor.

Update vom 6. April, 21.30 Uhr: Es ist das Resultat der jüngsten Corona-Entwicklung in München. Da drei Tage hintereinander die 7-Tage-Inzidenz unter 100 lag, wird die „Notbremse“, die Ostersonntag griff, wieder gelockert. Konkret resultiert daraus, dass ab 24 Uhr die nächtliche Ausgangssperre wieder fällt. Das heißt, dass sie am heutigen Dienstag lediglich von 22 bis 24 Uhr gilt. Wer also dann ohne triftigen Grund auf der Straße ist, muss mit einem Bußgeld von 500 Euro rechnen. Ab 00:00 Uhr ist das Außer-Haus-sein dann wieder gestattet.

Erstmeldung vom 6. April 2021

München - Diese Notbremse treibt schon kuriose Blüten. München pendelt derzeit zwischen zwei Inzidenzeinstufungen. Beide mit komplett unterschiedlichen Regeln. Nun bietet sich Nachtschwärmern in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (6. bzw. 7. April) eine fast schon historische Gelegenheit. Über den gesamten Dienstag greift in der Landeshauptstadt noch die von und Bund und Ländern vereinbarte „Notbremse“. Diese sieht unter anderem eine ab 22 Uhr geltende nächtliche Ausgangssperre vor.

Corona-Lockdown in München: Wann gilt die nächtliche Ausgangssperre?

Am Tag darauf ist jedoch alles anders. Bereits am Ostermontag informierte die Landeshauptstadt: „Nachdem heute die Münchner 7-Tage-Inzidenz zum dritten Mal in Folge laut RKI unter 100 liegt, gilt nach der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ab kommenden Mittwoch (0 Uhr) wieder die Inzidenzeinstufung 50-100.“ Die RKI-Einschätzung, wonach die über die Ostertage gemeldeten Infektionsfälle eher nicht die tatsächliche Entwicklung abbilden, spielt für den Beschluss keine Rolle.

Das bringt ab dem 7. April unter anderem folgende Änderungen mit sich:

  • Private Zusammenkünfte sind wieder möglich für die Angehörigen des eigenen Hausstands und eines weiteren Hausstands, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt (Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet).
  • Die nächtliche Ausgangssperre wird wieder aufgehoben.
  • In den Ladengeschäften sind mit vorheriger Terminbuchung und Registrierung zur Kontaktnachverfolgung wieder Terminshopping-Angebote („Click & meet“) zugelassen.

Für das Beispiel der Nachtschwärmer bedeutet das: Sie müssen am Dienstag zwar um 22 Uhr heimgehen, könnten aber theoretisch wieder losziehen, sobald der neue Tag angebrochen ist. Schließlich verliert die nächtliche Ausgangssperre am Mittwoch ihre Gültigkeit. Bei der aktuellen Wetter-Prognose* erscheint das jedoch wenig verlockend. Frostige Temperaturen und anhaltende Schneefälle könnten Partyexzesse am Gärtnerplatz* verhindern.

Corona in München: Lockdown-Regeln sorgen für kurioses Szenario - „Kein Spielraum für die Stadt“

Macht das ständige Hin und Her noch Sinn? Die Einschätzung eines oberbayerischen Arztes sorgt aktuell für Furore auf Twitter. In Bezug auf die anstehende Abkehr von der Corona-Notbremse in München polterte der Weilheimer Mediziner Dr. Christian Lübbers: „Lieber einen kurzen echten Lockdown gefolgt von vernünftigen Test-, Modell- und Öffnungskonzepten als weiterhin dieses Herumgeeiere über Monate.“

Eine Sprecherin der Stadt teilte mit, München* sei wie alle anderen kreisfreien Städte und Landkreise im Freistaat an die Vorgaben der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gebunden. Dort sei das Verfahren bei inzidenzabhängigen Regelungen klar definiert. „Ein Spielraum besteht für die Stadt München nicht.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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