München Starthilfe-Konzept nach Corona: langes Einkaufen wie beim Nightshopping 2015.
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München Starthilfe-Konzept nach Corona: langes Einkaufen wie beim Nightshopping 2015.

Länger shoppen und Gratis-Parken

München nach Corona: Marshallplan für Gastro und Handel - Konkrete Pläne bereits auf dem Tisch

  • Sascha Karowski
    vonSascha Karowski
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München trifft die Corona-Krise hart. Viele Geschäfte geben auf oder stehen auf der Kippe. Die Gastronomie kämpft ums Überleben. Für nach Corona fordert die CSU jetzt ein Starthilfekonzept.

München - Um Gastronomie und Handel nach der Corona-Pandemie* wieder ins Laufen zu bekommen, will die CSU ein Gesamtkonzept. Läden sollen vorübergehend bis 22 Uhr öffnen dürfen, alle verkaufsoffenen Sonntage sollen genutzt werden. Überdies fordern die Stadträte kostenlosen ÖPNV und Parkplätze an Wochenenden.

Nach Corona: Ladenschluss um 22 Uhr, Freischank-Ausbau & Gratis-Parken

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen schaden auch der Münchner* Wirtschaft massiv. Das Ifo-Institut hat jüngst in einer Studie festgestellt, dass der Handel in Städten und im Besonderen in Innenstädten am stärksten von der Krise betroffen ist. „Die Menschen trauen sich ja zurzeit nicht mehr, in die Stadt zu fahren“, sagt CSU-Stadtrat Hans Hammer. Um dem Einzelhandel nach der Pandemie eine Starthilfe zu geben, fordern Hammer und Stadtratskollege Thomas Schmid ein Gesamtkonzept für zeitlich begrenzte Maßnahmen.  

Pläne für München nach Corona: kostenlose Freischankflächen für Gastronomie soll es geben.

München - Freischankflächen für die Gastronomie

Unter anderem ist darin vorgesehen, dass Geschäften vorübergehend die Möglichkeit eingeräumt wird, an ausgesuchten Tagen bis 22 Uhr zu öffnen. „Das kann die Stadt mittels Befreiungen regeln“, sagt Hammer. Ferner sollen alle vier verfügbaren verkaufsoffenen Sonntage genutzt werden.

Zudem schlägt die CSU vor, kostenfreies Parken für die Dauer des Einkaufs an Wochenenden zu ermöglichen. Wer an Samstagen oder an verkaufsoffenen Sonntagen mit dem ÖPNV anreist, soll dies kostenlos tun. Unter der Woche kann sich Hammer vorstellen, dass Kunden ihren Einkauf mit den Kosten für den ÖPNV verrechnen könnten.

Die von der Stadt bereits genehmigte kostenfreie Nutzung von öffentlichen Flächen für die Gastronomie soll verlängert werden. Darüber hinaus besteht der Wunsch nach einem Ausbau des Konzeptes für den Sommer in der Stadt, einer nachhaltigen Marketing Kampagne für den Tourismus sowie nach einem Zertifizierungskonzept mit Gütesiegel für die in hygienischer Hinsicht sichere Nutzung von Geschäften und Gastronomie.

Münchens CSU-Stadtrat Hans Hammer fordert Starthilfe für Handel und Gastro.

Die von der Verwaltung zwischenzeitlich bereits eingeräumte Stundung von Pachtkosten soll ebenso noch ein weiteres Jahr erhalten bleiben wie die Stundung der Gewerbesteuer. Ebenso fordern Schmid und Hammer, dass Landes- und Bundesregierung die Förderprogramme für die Wirtschaft ein weiteres Jahr beibehalten.

Händlern in München wieder auf die Beine helfen

Hammer sagte unserer Zeitung: „Weite Teile der Wirtschaft sind derzeit durch die Corona-Einschränkungen wie gefesselt. Die Münchner Unternehmen warten nur darauf, entfesselt zu werden und sich selbst aus der Krise zu befreien.“ Damit diese Kräfte der sozialen Marktwirtschaft sich entfalten können, müsse die Stadt vor allem die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.

Die Innenstadthändler begrüßen die Initiative. „Es ist gut, wenn sich jemand Gedanken macht, wie wir den Händlern wieder auf die Beine helfen können“, sagt Wolfgang Fischer vom Händler-Verbund City Partner. Man müsse bei diesem Prozess Denksperren beiseite lassen, so Fischer weiter. „Ein gutes Beispiel dafür sind die Freischankflächen. Was haben wir da jahrelang diskutiert, und im vorigen Jahr wurden sie einfach verdoppelt. Und alle fanden das gut.“

Noch ist München mitten in der Corona-Krise. Verfolgen Sie das Corona-Geschehen in München in unserem aktuellen News-Ticker.

Die Corona-Maßnahmen treffen den Einzelhandel in München besonders hart. Das gilt auch für die im Raum stehende Bundesnotbremse. Nun formiert sich Widerstand in der Branche. (ska) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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