Corona-Intensivstation: Ein Pfleger im Klinikum rechts der Isar überprüft die Werte eines schwer kranken Covid-19-Patienten.
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Corona-Intensivstation: Ein Pfleger im Klinikum rechts der Isar überprüft die Werte eines schwer kranken Covid-19-Patienten.

Intensivstationen stark ausgelastet

Dramatische Corona-Lage in Münchner Kliniken: „Die Woche der Wahrheit hat begonnen“

  • Andreas Beez
    vonAndreas Beez
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In den Münchner Kliniken kämpfen Ärzte und Pfleger weiter um das Leben vieler Corona-Patienten. Ob die Lage sich bessert oder verschlimmert, dürfte sich in dieser Woche entscheiden.

  • Die Auslastung der Münchner Kliniken mit Corona-Patienten ist weiter hoch.
  • Münchner Experten sprechen von „Woche der Wahrheit“ .
  • Die Ärzte richten einen Durchhalte-Appell an die Münchner.

München - Die Corona-Lage in Münchens Kliniken bleibt angespannt, ist aber zum Glück nicht eskaliert - im Gegenteil: „Wir stellen fest, dass die Belegung der Betten auf den Corona-Stationen insgesamt leicht abnimmt. Ob dieser Trend nachhaltig ist, lässt sich momentan aber kaum seriös einschätzen“, sagten die Münchner Krankenhaus-Koordinatoren Dr. Viktoria Bogner-Flatz und Dr. Dominik Hinzmann im Gespräch mit Münchner Merkur und tz. Münchens Kliniken seien nach wie vor stark ausgelastet. Es gebe leider noch keinen Anlass dazu, von einer Entspannung zu sprechen oder gar Entwarnung zu geben. „Trotzdem hoffen wir, dass der Lockdown Wirkung zeigt“, so Bogner-Flatz.

Corona-Situation in München: Noch keine Entwarnung in den Kliniken - Lage angespannt

Diese Einschätzung teilen auch die Spezialisten der München Klinik, deren Häuser die meisten Corona-Patienten in der Stadt stationär behandelt. „Jetzt hat nach Einschätzung unserer Experten so etwas wie eine Woche der Wahrheit begonnen“, erläuterte der Sprecher der München-Klinik Raphael Diecke .

Es gibt leider noch keinen Anlass dazu, von einer Entspannung zu sprechen oder gar Entwarnung zu geben. 

Die Krankenhaus-Koordinatoren für München, Dr. Viktoria Bogner-Flatz und Dr. Dominik Hinzmann.
Dr. Viktoria Bogner-Flatz

Trotz zweitem Corona-Lockdown: Münchner Experten fürchten Folgen der Weihnachtslockerungen

Der Hintergrund: Weil an Weihnachten vergleichsweise viele Menschen zusammengekommen sind, hatten Experten für Mitte Januar einen vorläufigen Auslastungs-Höhepunkt in den Kliniken erwartet. Dieser Spitzenwert sei bislang zwar nicht erreicht worden, so mehrere Corona-Experten, allerdings sei über Weihnachten und zwischen den Jahren nicht so viel getestet worden wie in den Wochen zuvor. Infolge der längeren Inkubationszeit - also der Phase, in der die Erkrankung ausbricht - könnten sich Ansteckungen erst verzögert herauskristallisieren. „Mögliche Folgen müssten in dieser Woche wahrzunehmen sein“, sagte München-Klinik-Sprecher Diecke.

Dr. Dominik Hinzmann vom Klinikum rechts der Isar.

Corona-Lage in Münchens Kliniken: Krisenmaßnahmen weiterhin in Kraft

Die Ärztlichen Krankenhaus-Koordinatoren Bogner-Flatz und Hinzmann betonten, dass noch keine der eingeleiteten Krisenmaßnahmen zurückgenommen worden sei. Nach wie vor gelten besondere Regeln. So können Kliniken verpflichtet werden, Betten für Corona-Patienten freizuhalten. Zudem können Corona-Patienten, die nicht mehr zwingend stationär behandelt werden müssen, in andere Einrichtungen verlegt werden, beispielsweise in Reha-Kliniken oder Quarantäne-Hotels. Diese Regelung gilt beispielsweise dann, wenn Senioren, die nach einer Infektion zwar über den Berg, aber womöglich noch ansteckend sind, vorerst nicht in ihre Alten- und Pflegeheime zurückkehren können. Auch Verlegungen von Patienten aus Münchner Kliniken in angrenzende Landkreise sind theoretisch möglich. 

Münchner Ärzte mit Corona-Appell: „Wir müssen jetzt einfach alle zusammenhalten“

Vor dem Hintergrund weiterhin hoher Infektions- und Sterbezahlen bitten die Mediziner die Münchner Bevölkerung weiterhin um Geduld bei der Einhaltung der Schutzmaßnahmen und besonders der Kontaktbeschränkungen. „Die Situation ist sicher nicht leicht, aber wir müssen jetzt einfach alle zusammenhalten, um das Virus in Schach zu halten und eine noch stärkere Belastung unserer Kliniken zu verhindern“, appellierten Bogner-Flatz und Hinzmann an die Münchner.

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