Schule, Weihnachten & Co.

Corona-Dokument enthüllt neue Söder-Haltung: Lockdown-Ende später als gedacht? Ansage zu heftig diskutierter Regel

  • Andreas Schmid
    vonAndreas Schmid
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Wie sehen die Corona-Regeln für München in der Weihnachtszeit aus? Kommt es zu Verschärfungen? Ein Überblick über das Positionspapier der bayerischen Staatsregierung.

  • Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland befinden sich weiterhin auf hohem Niveau.
  • Um der Pandemie* Herr zu werden, beraten Bund und Länder am 25. November über die neuen Bestimmungen.
  • In München* wird die Entscheidung mit Spannung erwartet.
  • Schon jetzt gibt es Ideen, wie diese aussehen könnten. Ein Überblick über das Positionspapier der bayerischen

München - Deutschland bereitet sich auf den Corona-Winter vor. Angesichts von täglichen Neuinfektionen im fünfstelligen Bereich steht die Bundesregierung vor enormen Herausforderungen: Wie gestalten sich die Kontaktbestimmungen* an Weihnachten und Silvester? Wie geht es mit der Gastronomie weiter? Und wie wird die Situation in Schulen gemeistert?

Corona: Lockdown, Schule, Weihnachten: Bald neue Regeln? Inhalte aus Positionspapier sickern durch

Vor der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch (25. November) sickern bereits Informationen durch, wie die neuen Bestimmungen in Bayern aussehen könnten. Nach Exklusiv-Informationen des Münchner Merkur* gibt es in der bayerischen Staatskanzlei ein Positionspapier, das den möglichen Weg in der Pandemieeindämmung zeichnet. Es ist eine Grundlage für die Vorberatungen innerhalb der Länder, die sich bis nächste Woche hinziehen dürften. Es handelt sich also noch nicht um fixe Beschlüsse. Bayern hat lediglich die Positionen mehrerer Länder zusammengetragen. Ein Überblick.

Die Kontakbestimmungen sollen nicht geändert werden. Der Bund hatte eine Verschärfung auf eine Person ins Spiel gebracht. Im Positionspapier spielen die Kontaktbeschränkungen zwar auch eine Rolle. Statt eines Verbots setzt man allerdings auf einen Appell. Wörtlich heißt es: „Die Bürger sind aufgerufen, die Personengruppe des anderen Hausstandes möglichst konstant zu halten.“

Corona: Verlängerung des Teil-Lockdowns - „Weihnachten nicht mit früheren Weihnachten vergleichbar“

Darüber hinaus wird auch eine Verlängerung des Teil-Lockdowns diskutiert. Aktuell gelten die Bestimmungen bis mindestens Ende November. Im Positionspapier werden mehrere Zeiträume genannt. Die kürzeste Verlängerung wäre der 15. Dezember, die längste der 15. Januar. Alternativ werde die Möglichkeit diskutiert, den Lockdown bis kurz vor Weihnachten (20. Dezember) oder kurz nach Silvester (2. Januar) aufrecht zu erhalten.

Die Feiertage werden generell mit Sorge betrachtet. Virologen warnen, die Infektionszahlen könnten in die Höhe schnellen, wenn die Kontakte anlässlich privater Feiern erhöht werden würden. Familien soll allerdings ein gemeinsames Weihnachtsfest ermöglicht werden, auch wenn dieses Jahr vieles anders sein wird. „Dieses Weihnachten wird nicht mit früheren Weihnachten vergleichbar sein. Es wird nur Begegnungen im kleinen Familienkreis geben können.“ Für Urlaubswochenenden beispielsweise sei definitiv nicht der richtige Zeitpunkt. Die klare Devise: „Weihnachtsurlaub soll in diesem Jahr daheim stattfinden.“

Corona: Schulschließungen im Moment keine Option - Wechselmodell in „besonderen Infektionshotspots“

Geht es nach Bayern sollen Schulen weiterhin geöffnet bleiben. Reiner Präsenzunterricht sei jedoch nur bis zur siebten Klasse sowie für Abschlussklassen geplant. Außerdem soll „in besonderen Infektionshotspots“ in allen Schularten ab der siebten Jahrgangsstufe das sogenannte Wechselmodell eingeführt werden. Heißt: „Für die je Klasse zu bildenden Gruppen wechseln sich Präsenz- und Distanzunterricht ab.“ Darüber hinaus soll auch an den Grenzen wieder verstärkt kontrolliert werden.

Insgesamt ist unklar, wie lange die Gastronomie noch geschlossen bleibt. Der Einzelhandel bliebe hingegen auch bei einer Lockdown-Verlängerung geöffnet. Die Bevölkerung solle jedoch dazu animiert werden, nicht an Stoßzeiten einkaufen zu gehen. So solle garantiert werden, dass Abstandsregeln gewahrt und Ansteckungsrisiken* minimiert werden.

Corona-Regeln: Die wichtigsten Vorschläge des Positionspapiers kompakt im Überblick

  • Kontakte: Reduktionsgebot, kein Kontaktverbot.
  • Lockdown: Verlängerung des Jetzt-Zustandes: bis mindestens 15. Dezember, auch 15. Januar möglich.
  • Gastronomie: Bleibt im Teil-Lockdown geschlossen.
  • Einzelhandel: Bleibt im Teil-Lockdown geöffnet.
  • Urlaub: Übernachtungsangebote dürfen weiter nur für nicht-touristische Gäste zur Verfügung gestellt werden.
  • Weihnachten: Nur Begegnungen im engsten Familienkreis (Kinder, Eltern, Großeltern).
  • Schulen: Keine flächendeckende Schließung. Lokale Änderungen möglich.
  • Grenzverkehr: Bundespolizei überwacht Einhaltung der Quarantäneverordnungen.

Corona-Regeln: Positionspapier als Grundlage für insbesondere sieben Länder

Alles in allem sind nach dem Positionspapier keine allzu großen Lockerungen zu erwarten. Die Türen der Gastro beispielsweise bleiben erst einmal zu. Am wichtigsten für viele Bürger scheinen wohl die Kontaktbestimmungen. Eine strenge Ein-Personen-Bestimmung soll es demnach nicht geben.

Das Positionspapier dient insgesamt als Orientierung für die Bund-Länder-Konferenz und meint noch keine offiziellen Bestimmungen. Weil Markus Söder (CSU) Stellvertreter der Ministerkonferenz ist, darf davon ausgegangen werden, dass das Papier insbesondere als Grundlage für die Unionsländer gilt. Neben Bayern sind dies im Moment Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. (as) *tz.de und Merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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