Corona-Spätfolgen Illustration zeigt einen frustrierten Mann, der sich von einer Frau in einem Bett abwendet.
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Potenz-Probleme nach Corona? Münchner Mediziner warnt vor tückischen Spätfolgen (Symbolgrafik)

Keine Garantie

Impotent durch Corona: Münchner Mediziner warnt vor Virus-Spätfolgen - 32 Männer betroffen

  • Andreas Beez
    vonAndreas Beez
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Auch das noch: Corona kann impotent machen – und diese Spätfolge trifft offenbar immer mehr Münchner Männer.

  • Eine Corona-Infektion kann unerwartete Spätfolgen bei Patienten hervorrufen. Bei zahlreichen Genesenen sind Probleme mit der Potenz aufgetaucht.
  • Münchner Männer sind auch davon betroffen, dabei stellte sich eine Sache als besonders tückisch heraus.
  • Alles zum Thema Corona in München können Sie hier in unserem News-Ticker verfolgen.

München - Allein der Sexualmediziner und Urologe Dr. Axel-Jürg Potempa behandelt derzeit 32 Patienten, die nach der Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus* über Erektionsprobleme klagen. Sie sind zwischen 31 und 69 Jahren alt. Besonders tückisch: Neun Männer waren zwar positiv getestet worden, zeigten aber zunächst keine Symptome.

Milder Corona-Krankheitsverlauf keine Garantie

Es kristallisiert sich leider immer deutlicher heraus, dass ein milder Verlauf noch keine Garantie dafür ist, von Langzeitfolgen verschont zu bleiben“, analysiert Dr. Potempa.

Weitere Ärzte haben ähnliche Erfahrungen gemacht, darunter die renommierte US-Wissenschaflerin Dr. Dena Grayson. Sie sprach von „besorgniserregenden Corona-Spätfolgen wie Impotenz*“.

Potenz-Probleme nach Corona: Wie kann das sein?

Wie aber kann Corona* eine erektile Dysfunktion – so der medizinische Fachbegriff – verursachen? Der Knackpunkt könnte nach Einschätzung von Medizinern in der Gefäßentzündung liegen, die das Virus erwiesenermaßen hervorruft. Diese Vaskulitis kann schwere Schäden anrichten, etwa Gefäßverschlüsse wie Thrombosen und Schlaganfälle. Solche Komplikationen sind auf Covid-19-Intensivstationen an der Tagesordnung.

„Noch dazu stört die Gefäßentzündung in manchen Fällen den Stickoxidausstoß aus dem Innenbereich der Gefäßzellen“, erläutert Dr. Potempa. „Dieser Stickoxidausstoß ist aber ein wichtiges Glied in der Reaktionskette, damit es überhaupt zu einer Weitstellung der Gefäße und damit zu einer Erektion kommen kann.“ Der Hintergrund: Bei der Erektion – also einer Versteifung des Penis – wird zuvor bis zu 60 Mal mehr Blut in die Schwellkörper gepumpt als im erschlafften Zustand. Ein weiterer Faktor: „Corona hemmt die Bildung der Sexualhormone Testosteron und DHEA“, so Dr. Potempa.

„Milder Verlauf noch keine Garantie dafür, von Langzeitfolgen verschont zu bleiben“ Dr. Axel-Jürg Potempa .

Erektile Dysfunktion nach Corona-Infektion - Behandlung kann sich über Monate hinziehen

Die betroffenen Corona-Patienten werden vor allem mit PDE-5-Hemmern behandelt. Diese Substanzen mit Handelsnamen wie Viagra, Levitra, Cialis oder Spedra wirken auf Enzyme –also Eiweißteilchen – ein, die die Blutversorgung des Penis beeinflussen. Unterm Strich sorgen die Wirkstoffe dafür, dass für eine gewisse Zeit mehr Blut in den Penis hineinströmen als abfließen kann. Dadurch kommt es zu einer Erektion.

„Bei fast allen Corona-Patienten mit erektiler Dysfunkion ist eine Besserung eingetreten, aber die Behandlung kann sich über Monate hinziehen“, berichtet Dr. Potempa. „Die Impotenz-Problematik ist ein weiteres starkes Argument dafür, dass eine Corona-Impfung sinnvoll ist. Die Nebenwirkungen sind augescheinlich geringer als mögliche Spätfolgen für die Gesundheit und die Lebenslust.“ Andreas Beez *Merkur.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Sind die gefährlichen Coronavirus-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika im Raum München schon rasant auf dem Vormarsch? Am Uniklinikum rechts der Isar ist man skeptisch.

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