München: Der Vollmond steht zwischen den Zwillingstürmen der Frauenkirche, die im Zentrum der bayerischen Landeshauptstadt steht.
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München: Volle vier Monate müssen Mieter:innen in der bayerischen Landeshauptstadt im Schnitt für ihre Wohnung buckeln - auch Corona ändert daran nichts.

Deutscher Durchschnitt weit darunter

Corona macht Miet-Lage bedrohlich: So lange brauchen Münchner, um ihre Miete zu erwirtschaften

Fast die Hälfte ihres Einkommens braucht eine Person in München, um für die Miete aufzukommen. Die Corona-Pandemie verschärft die Lage.

München - Wir sind noch voll im Minus, gewissermaßen – und das noch für den kompletten April… Eine neue Studie der Bausparkasse Schwäbisch Hall zeigt jetzt nämlich: Der durchschnittliche Münchner arbeitet die ersten vier Monate des Jahres ausschließlich für die Miete. Grund dafür sind die hohen Preise hier – höher als in jeder anderen deutschen Stadt… Im deutschlandweiten Durchschnitt braucht’s nur 69 Arbeitstage (also bis 13. April), um die Miete für ein Jahr zu erwirtschaften.

Mieten in München: Coronavirus macht Lage für viele bedrohlich - Mietverein alarmiert

Gerade jetzt ist die Lage für viele Münchner bedrohlich. Angela Lutz Plank vom Mieterverein sagt: „Die Situation hat sich für viele Menschen aktuell sogar noch verschärft, weil sie etwa durch Kurzarbeit weniger Einkommen zur Verfügung haben…“ Und das in einer Stadt, in der die Miete eh den Löwenanteil des Einkommens auffrisst.

„Die höheren Mietpreise führen hier zu einer höheren Mietbelastungsquote“, heißt es von Schwäbisch Hall. Die Mietbelastungsquote beschreibt den Anteil der der Wohnungsmiete am gesamten Jahreseinkommen eines Haushalts. Dieser Wert ist also abhängig von den Durchschnittsmieten und dem Einkommensnivieau der jeweiligen Stadt.

München: Corona ändert nichts - Mieten bleiben extrem hoch

Angela Lutz-Plank vom Mieterverein wundert sich nicht über die Ergebnisse der Schwäbisch-Hall-Studie. Sie sagt: „Die Mieten in München* sind extrem hoch – und daran hat auch Corona* nichts geändert.“ Das hat sich in einer Umfrage im Auftrag des Mietervereins Ende 2020 bestätigt. Dafür befragten die Experten Münchner zu ihrem Haushalts-Nettoeinkommen und ihrer Miete. Dabei zeigte sich, dass jeder fünfte Münchner mehr als 45 Prozent seines Haushaltseinkommens für die Miete zahlen muss. Und: Ganze 40 Prozent der Befragten gaben an, immerhin mehr als 35 Prozent für ihre Miete zu verwenden. „Maximal empfohlen werden 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens“, erklärt Lutz-Plank. Ansonsten leidet oft die finanzielle Sicherheit, denn: Wer so viel fürs Wohnen zahlen muss, hat kaum noch Chancen, Geld für schlechte Zeiten zurückzulegen – etwa für eine Pandemie*. (Marie-Theres Wandinger) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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