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Merkur-Kommentar

Mehr Sicherheit auf der Wiesn? Die Angst wird bleiben

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München - Die Stadt München will die Sicherheitsmaßnahmen auf der Wiesn verstärken. Doch was bleibt dann noch vom Oktoberfest? Ein Kommentar.

„Abstrakt“ – so nennen die Sicherheitsbehörden die Terrorgefahr für die Wiesn seit vielen Jahren. So wird es auch heuer sein. Doch die Gefahr wird sich nicht mehr abstrakt anfühlen. Sondern mit den schrecklichen Bildern von Terrorakten in Europa im Kopf plötzlich sehr konkret. Nachvollziehbar, dass die Landeshauptstadt jetzt mehr Sicherheitskräfte schicken will – am flauen Gefühl der Menschen wird das aber kaum etwas ändern.

Ohnehin ist die Frage, ob – Gott bewahre – wirklich etwas passiert, nur die eine Seite der Medaille. Für die Vereitelung eines Anschlags dürfte die nicht sichtbare Arbeit von Polizei und Geheimdiensten deutlich wichtiger sein als die offensive Präsenz von Ordnern.

Aber was wird aus dem Wiesn-Gefühl? Jener fröhlichen Beschwingtheit, die viele Menschen befällt, kaum geht es endlich wieder hinaus auf die Theresienwiese. Trotz der Überfüllung, trotz Wahnsinns-Preisen und Lederhosen-Preußen finden viele Bayern das Oktoberfest irgendwie sogar noch: gemütlich. 2016 aber wird es in Freundeskreisen wohl um die Frage gehen, ob man wirklich rausgeht – oder lieber daheim bleibt. Die Wiesn ist ein magischer Ort, der sich oft anfühlt, als bleibe die schlechte Welt für ein paar Stunden draußen. So war es bisher. Mehr Sicherheitsleute werden diesen Zustand nicht erhalten. Die Angst bleibt. Und wird der Wiesn schaden. So oder so.

Felix Müller

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