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Fan-Daten: Die Sammelwut ist kontraproduktiv

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München - Die Münchner Polizei sammelt seit mehr als zehn Jahren systematisch Daten von Fußball-Fans. Das wurde erst jetzt bekannt. Und ist kontraproduktiv. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Felix Müller.

Niemand muss Fußball-Fans mögen. Viele Menschen halten sich an Spieltagen lieber fern von den stinkenden, vollen U-Bahnen. So mancher klagt über Aufkleber und Sprühereien in der Stadt. Doch all das rechtfertigt die jetzt enthüllte Sonder-Datei der Münchner Polizei nicht. Hier wurde einfach jedes Maß verloren.

„Fußball-Fans sind keine Verbrecher“, lautet ein Slogan in den Stadien. Das ist nicht grundsätzlich richtig. Natürlich gibt es schwarze Schafe. Wenige, die ganz explizit Gewalt suchen – so gut wie nie gegen Unbeteiligte übrigens. Und einige mehr, die sich schonmal zu Dummheiten hinreißen lassen. Ein sehr großer Teil derer, die zum Fußball gehen, gehören nicht zu diesen Gruppen. Sie sind keine Kriminellen, sondern normale Bürger.

Debatte um Sicherheit ist aus dem Ufer gelaufen

Mit den entsprechenden Rechten. Wie absurd, wenn gegen sie geheime Dateien in Stellung gebracht werden, die vielleicht zur Terrorismus-Bekämpfung taugen – aber sicher nicht, um junge Leute, die samstags ins Stadion gehen, in Schach zu halten. 

Die Debatte um Sicherheit beim Fußball ist aus dem Ruder gelaufen. Im Alltag der Spiele passiert viel weniger als etwa in den 80er-Jahren, da sind sich alle einig, die damals schon dabei waren. An krassen Maßnahmen hat das nichts geändert – flankiert von einer Rathaus-Politik, die ernsthaft diskutiert hat, ob man wüste Sprechchöre nicht härter verfolgen sollte. 

Bleibt die Hoffnung,dass die Behörden das Maß wieder finden. Ein erster Schritt wäre es, transparent zu machen, was genau abgespeichert wird. Und sich auf die Diskussion einzulassen, ob all das wirklich nötig ist. Oder doch vor allem eines: ziemlich kontraproduktiv.

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