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Bezirksausschuss will die Tangente zwischen U2 und U6

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München - Feldmoching-Hasenbergl stimmt als erster Bezirksausschuss über das Verkehrskonzept für den Münchner Norden ab – und bringt Kritik an den Plänen vor.

Auf Drängen der Stadt muss es jetzt schnell gehen. Am Dienstag traf sich der Bezirksausschuss (BA) Feldmoching-Hasenbergl zu einer Sondersitzung in der Sommerpause. Der Grund: Mitte August hatte das Planungsreferat vier Bezirksausschüssen eine Beschlussvorlage vorgelegt. Sie behandelt den zukünftigen Ausbau des öffentlichen Personennah- und Individualverkehrs in den Bezirken Moosach, Schwabing-Freimann, Milbertshofen-Am Hart und Feldmoching-Hasenbergl.

Der Ausbau ist nötig, weil bald ein komplett neues Viertel im Norden der Landeshauptstadt entstehen wird: Im Bereich der Bayernkaserne werden 4000 neue Wohnungen geschaffen, außerdem vergrößert BMW sein Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) an der Knorrstraße. Bis zum 5. September sollen die BAs ihre Stellungnahmen zum Konzept abgeben.

Bau eines Tunnels zwischen Augustin-Rösch-Straße und Autobahn findet Zustimmung

Feldmoching-Hasenbergl hat als erster darüber entschieden. Nicht alle Vorschläge des Planungsreferates stießen dabei auf Zustimmung. Wie berichtet, lehnt das Referat den vielfach geforderten Bau einer U-Bahn-Tangente zwischen U2 und U6 ab. Laut Untersuchung der Behörde erreiche eine solche Querverbindung in Bau und Betrieb keine Kostendeckung.

Der Bezirksausschuss sah das am Dienstag anders. Das Gremium beurteilt eine U-Bahn-Tangente deutlich positiver als die vom Planungsreferat bevorzugte Alternative: eine neue Tram zwischen den Haltestellen Am Hart und Kieferngarten. Mit einem zweiten großen Punkt der Beschlussvorlage konnte sich die Mehrheit im BA eher anfreunden. Um den Individualverkehr zu entlasten, möchte die Stadt die Schleißheimer Straße mit der A 99 verbinden. Das Gros der BA-Mitglieder sprach sich für den Bau eines Tunnels zwischen Augustin-Rösch-Straße und Autobahn aus – unter Einbeziehung der Neuherbergstraße.

"Dieser Tunnel ist für Pendler da"

„Dieser Tunnel ist für Pendler da“, erklärte der BA-Chef Markus Auerbach (SPD). „Und die Verkehrsprobleme in unserem Bezirk sind Pendlerprobleme.“ Eine Verbindung des Tunnels zum Mira-Einkaufszentrum sieht die Empfehlung des Bezirksausschusses allerdings nicht vor.

Um den Verkehr im Münchner Norden besser zu kanalisieren, erwägt das Planungsreferat in seiner Beschlussvorlage nicht nur große Maßnahmen, sondern auch viele kleine Schritte. Einige Buslinien sollen ausgebaut werden, andere den Münchner Norden mit angrenzenden Ortschaften verbinden. Einzelne Bahnübergänge sollen untertunnelt, die Radverbindungen zum Hauptbahnhof verbessert und soweit möglich der Takt von S-, U-Bahnen und Bussen erhöht werden. Außerdem ist ein zusätzlicher S-Bahn-Betrieb von Dachau über den DB-Nordring in Richtung Riem angedacht. Die Beschlussvorlage des Planungsreferats wird Anfang Oktober dem Stadtrat vorgelegt, Mitte September bereits dem Planungsausschuss.

Katrin Hildebrand

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