Variante 1: Die Schneckenhaus-Rampe lässt Platz für einen Wochenmarkt.

Das Ringen um den besten Weg

Fasanerie: Varianten für die Unterführung am Bahnhof

München - Das Baureferat präsentiert zwei Vorschläge für eine Unterführung am S-Bahnhof Fasanerie . Autos und Fußgänger werden getrennt.

Grün, offen, hell. So wünschen sich die Anwohner die neue Unterführung an der Fasanerie. Die Planungen dazu dauern schon ewig. Nun nimmt die Gestaltung des S-Bahnhofs konkrete Formen an. In Zukunft sollen zwei Tunnel die Gleistrasse queren – einer für Autos, einer für Fußgänger und Radler. Bisher gibt es hier einen Bahnübergang für alle, an dem sich lange Staus bilden.

Variante 2: Ein trichterförmiger Einschnitt macht die Unterführung gut einsehbar. Simulationen: Baureferat

Schon im Juli hatten Anwohner und Baureferat bei einem Workshop Ideen ausgetauscht. Viele der damals aufgetauchten Problemfelder wurden zwischenzeitlich überarbeitet. Nun hat die Stadt bei einem zweiten Treffen der Bevölkerung mögliche Lösungen präsentiert.

Verbessert wurde die Situation für Radfahrer. Diese haben in Zukunft zwei Möglichkeiten, die Bahn zu queren. Einmal durch eine Unterführung am jetzigen Bahnübergang und zusätzlich durch einen Radweg im geplanten Autotunnel. Der Tunnel wird die Gleise etwa 250 Meter südwestlich des heutigen Übergangs passieren. Der Radweg soll nach dem Tunnel an der neuen Einmündung des Moosglöckchenwegs in die Feldmochinger Straße aus Platzgründen enden. An der neuen Kreuzung Moosglöckchenweg will das Baureferat drei Ampeln aufstellen. Diese sollen nicht nur Autofahrern aus der Siedlung das Einbiegen in die frequentierte Feldmochinger Straße erleichtern. Sie sollen vor allem den Fußgängern einen sicheren Übergang ermöglichen.

Im Zentrum der Planung und des Interesses steht freilich die neue Fußgänger-, Rollstuhlfahrer- und Radlerunterführung direkt am Bahnhof. Sie wird genau dort gebaut, wo jetzt noch die Schranken auf- und zugehen.

Der Ist-Zustand: Wartezeiten und Autoschlangen an den Bahnschranken.

Zwei Varianten hat das Baureferat präsentiert. Bei der ersten nutzen Passanten und Radfahrer eine gemeinsame Rampe, die sich wie ein offenes Schneckenhaus nach unten schraubt, bewegen sich jedoch in abgetrennten Bereichen, um Unfälle zu vermeiden. Dieses Modell böte auf der Ostseite Platz für zusätzliche Angebote. „Das könnte ein Ort für einen Maibaum sein oder einen Markt“, erläuterte Florian Hochstätter vom Baureferat. „So eine Fläche ist immer eine Chance.“

Viele Bürger bevorzugten jedoch die zweite Lösung: einen offenen trichterartigen Einschnitt zu beiden Seiten der S-Bahntrasse. Stadträtin Heide Rieke (SPD) lobte das Konzept: „Es berücksichtigt alle Sicherheitsaspekte. Es bietet ein offenes Sichtfeld in die Unterführung.“ Dies sei nachts vor allem für Frauen wichtig. Modell zwei sieht eine große, von Plattformen unterbrochene Treppe zum Tunnel vor, flankiert von einer Rampe für Rollstuhlfahrer und Kinderwägen. Für die Radler gäbe es einen separaten Zugang. Beide Varianten schließen überdies eine steile Treppe für Eilige mit ein. Um Aufzüge, so das Baureferat, müsste sich die Bahn kümmern. Offen ist bisher, ob es neue Parkplätze in Bahnhofsnähe geben wird. Das Kriegerdenkmal, das für die Umbauten weichen müsste, könnte einen neuen Platz östlich der Gleise finden.

Bis zum Bau wird noch einige Zeit vergehen. Nun beginnt die Detailplanung. Dann erst kann ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Und auch der Stadtrat hat noch ein Wörtchen mitzureden.

Katrin Hildebrand

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