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Am Blütenanger 157: Das verlassene Gestüt soll wieder aufblühen – als edler, privater Reitstall.

In Ludwigsfeld

Gestüts-Pläne: Unternehmer plant spektakulären Reitstall

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Das einst imposante Gestüt Ludwigsfeld liegt seit Jahrzehnten brach. Nun will ein Münchner Unternehmer dort eine spektakuläre Reitstall-Anlage errichten. Teils sollen die alten Gebäude erhalten werden. Ergänzen will der Investor Ställe, Reithallen und -plätze, Gastronomie, einen Hofladen und Wohnhäuser.

München - Die ersten edlen Pferde kamen Ende des 19. Jahrhunderts nach Ludwigsfeld. Es waren 80 Vollblüter, gezüchtet für den Galopprennsport. Gegründet wurde das imposante Gestüt 1890 von Maximilian von Lutz, einem ehemaligen Offizier der bayerischen Armee. Zu dieser Zeit war Ludwigsfeld noch eine eigenständige Gemeinde im Nordwesten Münchens. Doch schon 1907 musste von Lutz das Anwesen aus finanziellen Gründen verkaufen. Die neuen Besitzer behielten die Pferdehaltung bei. Statt Galopper züchteten sie Traber. Um 1930 erreichte das Gestüt seine Blüte. Viele seiner Pferde liefen auf bayerischen Rennbahnen. Mit dem Zweiten Weltkrieg allerdings setzte der Niedergang des Zuchtbetriebes ein.

Seit Jahrzehnten liegt das Gelände brach

Mittlerweile liegt das 16 Hektar große Gelände Am Blütenanger 157 seit Jahrzehnten brach. Allerdings wohl nicht mehr lang. 2012 hat ein Münchner Unternehmer das Areal erworben, hält sich seitdem aber äußerst bedeckt. Nur unter der Prämisse, dass sein Name nicht genannt wird, sprach er mit unserer Zeitung nun erstmals über seine Pläne und bestätigt: „Ich will die Pferdehaltung im Münchner Norden wieder aufleben lassen.“ Wenn alles klappt, soll in naher Zukunft ein großer privater Reitstall Am Blütenanger eröffnen. Platz soll es wieder für 80 Pferde geben. „Geplant sind mehrere neue Ställe mit angrenzenden Paddocks. Außerdem sollen zwei Reithallen entstehen, ein Freiplatz für Springreiten, einer für Dressur, daneben Koppeln und Reitwege“, verrät der Investor.

Das lang gezogene Bestandsgebäude aus der Gründerzeit mit seinem Turm in der Mitte will der Eigentümer nach eigener Aussage nicht nur erhalten, sondern deutlich aufwerten: Nach dem Vorbild der Unireitschule am Englischen Garten soll in den Nordteil des Anwesens ein Restaurant einziehen und viele Besucher anlocken, vorzugsweise mit italienischem Essen. Vom Gastraum im ersten Stock könnten die Gäste dann den Blick über das Gelände genießen.

Auch Läden, Wohnungen und mehr sind geplant

Auch in den restlichen Teil des Baus kehrt, wenn alles klappt, wieder Leben ein. Für den Mittelteil ist eine Geschäftszeile mit Hofladen, Bäckerei und Tierarztpraxis angedacht, für das Obergeschoss Wohnungen. Außerdem sollen ein Doppel- und ein Vierfamilienhaus entstehen. Dafür müsste der Bungalow, in dem die früheren Besitzer lebten, weichen. Leiten will der Investor nach eigenem Bekunden den Reitstall allerdings nicht: „Da fehlt mir das Fachwissen.“

Ganz einfach war das Verhältnis des jetzigen Gutsherrn mit anderen Bürgern aus dem Stadtviertel bislang nicht immer. Als er „aus Sicherheitsgründen“ vor einigen Jahren einen Stahlmattenzaun um das Gelände errichten ließ, stieß das auf Kritik. Inzwischen konnte er nachweisen, dass das gesamte Areal schon früher von 1,80 Meter hohen Holzlatten begrenzt war. Der neue Metallzaun soll bleiben – anders als die Holzlatten böte er einen guten Blick auf das Areal bis hin zu zwei frisch angelegten Biotopen und einem Vogelschutzgebiet. Auch empörten sich viele Bürger, als der Eschen-Hain, der einst am Nordrand des Gestüts stand, gerodet worden war – „aus Gefahrengründen“. Nun jedoch wachsen dort 120 neue Bäume.

Der Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl ist von den Plänen für das Gestüt begeistert und gab dem Bauvorbescheid kürzlich seine Zustimmung. Die Neubelebung sei „eine Bereicherung für das Stadtviertel“, heißt es seitens des Gremiums. Wann womöglich Am Blütenanger die Bagger und schließlich die ersten Pferde-Transporter anrollen, steht bislang aber noch in den Sternen.

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