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Das treibt die Eltern um: Mitglieder der Initiative Gym24 haben diese Gedanken zu Papier gebracht.

Kein Platz für Schüler

Gymnasien-Engpass im Münchner Norden: Stadt lenkt ein

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Die Stadt lenkt beim Gymnasien-Engpass im Münchner Norden ein. Bis das geplante erste Gymnasium in Feldmoching-Hasenbergl steht, vergehen noch Jahre. Nun soll eine Übergangslösung her. 

München - Anke Blankenburg graut es schon vor dem kommenden Jahr. Dann kommt ihre Tochter aufs Gymnasium. Auf welches, das weiß die Feldmochingerin nicht. Doch jetzt gibt es Hoffnung, dass die schwierige Suche nach einem Platz in einer weiterführenden Schule sich zumindest verbessert hat, wenn ihr Sohn zwei Jahre später, 2020, aufs Gymnasium wechselt.

Wie Stadtschulrätin Beatrix Zurek (SPD) auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte, erwägt die Stadt „zusätzlich zu den geplanten Neubaumaßnahmen an der Bergwachtstraße und an der Bayernkaserne eine Übergangslösung“. Wie diese aussehen soll, erklärt Zurek nicht. Noch sei darüber „keine konkrete Entscheidung gefallen“. Bisher hatte Zurek schnelle Lösungen abgelehnt – auch eine Containerschule, wie sie die Elterninitiative „Gym24“ angeregt hatte, zu der Anke Blankenburg gehört.

„Es gibt nirgends genug Platz“

In jedem Stadtbezirk Münchens gibt es ein Gymnasium, außer in Feldmoching-Hasenbergl (Stadtbezirk 24). Die Situation hatte sich zuletzt zugespitzt. „Viele Familien wollen einfach nur wissen, wo sie ihre Kinder einschreiben sollen“, sagt Blankenburg. „Es gibt nirgends genug Platz.“ Und es komme noch dicker. Denn in den kommenden Jahren würden wegen der geplanten Neubaugebiete an der Ratoldstraße (900 Wohnungen) und in der Bergwachtsiedlung (2500 Wohnungen) viele neue Schulkinder dazukommen.

Im Stadtgebiet war eigentlich das neue Gymnasium München-Nord am Hart zur Entlastung gedacht, doch das ist schon im zweiten Jahr seines Bestehens zu voll. Für das nun laufende Schuljahr gab es dort im Mai 222 Anmeldungen, 78 mussten nach Angaben des Bildungsreferats abgelehnt werden.

Die Stadt empfiehlt Schülern aus Feldmoching-Hasenbergl das Gymnasium München-Moosach und das Lion-Feuchtwanger-Gymnasium in Milbertshofen. In Moosach aber wird gerade saniert, noch bis 2018 sind die Kapazitäten eingeschränkt. Und dann gibt es noch das Carl-Orff-Gymnasium in Unterschleißheim, das zuletzt viele Feldmochinger Kinder aufgenommen hatte. Heuer gibt es sogar eine ganze fünfte Klasse mit 27 Schülern aus München, insgesamt gehen derzeit 71 Kinder aus dem 24. Stadtbezirk dorthin.

Bildungsreferat verspricht Platz für jedes Kind

Doch auch das wird nicht so bleiben. „Die Schule hat signalisiert, dass sie künftig nicht mehr so viele auswärtige Schüler aufnehmen kann“, berichtet Alicia Stadler, eine weitere bei Gym24 engagierte Mutter. Auch Landrat Christoph Göbel (CSU) hatte zuletzt erklärt, das Gymnasium Unterschleißheim stoße an seine Grenzen.

Bislang hatte sich die Stadt München auf ihre langfristigen Planungen berufen. Derzeit laufe die Machbarkeitsstudie für die Gymnasien in der Bergwachtsiedlung und in Freimann. Ende 2018 könne der Stadtrat diese im Zuge der Schulbauoffensive beschließen, hatte Zurek betont.

Das helfe aber den Eltern nicht, die in naher Zukunft einen Schulplatz für ihr Kind brauchen, hatten die Initiatorinnen von Gym24 kritisiert. „Unter der Hand war zu hören, dass das Gymnasium in der Bergwachtsiedlung erst 2028 fertig ist. Und was machen unsere Kinder bis dahin?“, fragte Blankenburg. „Jedes Kind, das die Voraussetzungen für den Übertritt an ein Gymnasium erfüllt, wird einen Platz bekommen“, verspricht das Bildungsreferat.

Kultusminister Spaenle sieht Schuld bei der Stadt 

Dass nun Bewegung in die Schulfrage im Münchner Norden kommt, liegt womöglich auch daran, dass Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sich Anfang September eingeschaltet und der Stadt Versäumnisse vorgeworfen hatte. „Auf die hinter dem Bedarf zurückbleibende gymnasiale Versorgung wurde die Landeshauptstadt seit Jahren immer wieder hingewiesen“, hatte der Minister in seinem Antwortschreiben an die Initiative Gym24 betont. Kultusministerium und Bildungsreferat hatten daraufhin Ende September Gespräche geführt.

Eine Containerschule auf dem Gelände des künftigen Gymnasiums in der Bergwachtsiedlung hatte Zurek bislang mit dem Verweis darauf abgelehnt, dass dann dort kein Platz für den Bau der neuen Schule sei. Welche Übergangslösung die Stadtschulrätin nun stattdessen im Auge hat, erfahren die Schulkämpferinnen aus Feldmoching vielleicht schon morgen. Nach monatelangen Bitten hat Zurek die Initiative Gym24 zum persönlichen Gespräch eingeladen.

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