„Verwaltung sitzt Dinge einfach aus“

Darum gibt‘s mächtig Ärger über die Schulpolitik im Münchner Norden

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Der Münchner Norden soll wachsen. Wohnungen werden bereits intensiv geplant. Doch an Schulen mangelt es. Darüber beklagen sich Bürger und Lokalpolitiker.

München - Münchens Norden soll wachsen. Das ist spätestens in der Diskussion um die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme mehr als deutlich geworden. Umso mehr ärgert es den Bezirksausschuss (BA) Feldmoching-Hasenbergl, dass es vor Ort noch immer kein Gymnasium gibt.

Zwar wird in der aktuellen Version der Münchner Schulbauoffensive 2013 bis 2030 der Standort Bergwachtstraße angedacht – und das mit der höchsten Prioritätsstufe AA –, das allerdings genügt den Lokalpolitikern nicht. „Das geplante Gymnasium taucht erst auf der Investitionsliste drei auf“, erklärt der Bezirksausschuss-Vorsitzende Markus Auerbach (SPD). „Derzeit aber wird erst die Investitionsliste zwei bearbeitet.“ Bis das Gymnasium in die nähere Planung kommt, kann es also noch lange dauern.

Gymnasium benötigt Fläche

So viel Zeit aber bleibt nach Ansicht des BA nicht. Aktuell ist bereits ein Aufstellungsbeschluss für die Bergwachtsiedlung mit etwa 2500 neuen Wohneinheiten im Süden Feldmochings in Vorbereitung. „Das heißt“, sagt Auerbach, „die Eingangsdaten müssen jetzt festgelegt werden“. Schließlich benötige ein Gymnasium Platz. Den müssten die Planer nun freihalten.

Feldmoching-Hasenbergl gehört zu den drei Münchner Bezirken ohne Gymnasium. Um die 62 000 Menschen leben derzeit im Münchner Nordwesten, davon sind etwa 11 000 unter 19 Jahre alt. Hinsichtlich des Anteils an Kindern und Jugendlichen befindet sich der Bezirk stadtweit an achter Stelle. Tendenz: vermutlich steigend.

Reinhard Bauer, ehemals SPD-Stadtrat und seit 2014 wieder Mitglied im BA, geht davon aus, dass die Zahl der schulpflichtigen Kinder im 24. Bezirk in den nächsten Jahren um 20 Prozent steigen wird. Ursache dafür sind die aktuell entstehenden neuen Siedlungen, die darüber hinaus geplanten Wohngebiete noch gar nicht eingerechnet. In der jüngsten Sitzung forderte er den BA auf, wegen des dringend nötigen Gymnasiums noch einmal mit dem Bildungsreferat zu reden. Der Vorschlag stieß bei allen Fraktionen auf Zustimmung.

Vorwurf: „Verwaltung sitzt Dinge einfach aus“

Zufrieden ist der Bezirksausschuss damit allerdings noch nicht. „Unsere Kinder müssen, um ein Gymnasium besuchen zu können, bis nach Unterschleißheim fahren“, empört sich Reinhard Bauers Parteikollege Markus Auerbach. Der aktuelle Beschluss im Rahmen der Schulbauoffensive sei ein Armutszeugnis. „Hier sieht man, wie die Verwaltung einfach Dinge aussitzt.“

Unterstützung erhält der BA von der SPD-Stadtratsfraktion. Diese fordert in einem Antrag den Bau eines „gut erreichbaren Gymnasiums“ im Münchner Norden und bittet darum, insbesondere den Standort Bergwachtstraße in Feldmoching zu berücksichtigen.

Rubriklistenbild: © dpa

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