News-Ticker: 13 Deutsche teils lebensgefährlich verletzt - Tote möglich

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Leben seit gut eineinhalb Jahren in Feldmoching Tür an Tür: Karl Pummer (r.) und sein Retter Michael Höbel.

Schnelles Eingreifen

Herzinfarkt! Wie ein Nachbar Karl Pummer (65) das Leben rettete

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Seit etwa anderthalb Jahren leben Karl Pummer und Michael Höbel Tür an Tür. Dass der eine mal der Lebensretter des anderen werden würde, hätten beide nie gedacht.

München - Glück hat ja jeder mal. Der eine mehr, der andere weniger. So viel Dusel wie Karl Pummer aber vor kurzem hatte – das reicht bei anderen für zwei Leben. Womit wir genau beim Thema wären: Der 65-Jährige bekam nämlich beim Spazierengehen einen schweren Herzinfarkt. Atemstillstand! Und als der Rentner sterbend auf dem Bürgersteig liegt, passiert es: Genau in diesem Moment kommt sein Nachbar Michael des Weges – und der ist zufällig Medizinstudent. Sie ahnen es: Der junge Mann holte Karl wieder ins Leben zurück. Mit einer perfekten Reanimation…

„Michael wird immer ein Teil meines Lebens sein“, sagt Karl Pummer (65, l.) nach der Rettung.

„Ja– ich habe den besten Nachbarn der Welt“ , erzählt der Rentner der tz. Seit ein paar Tagen ist er wieder zu Hause, topfit. „Wenn er nicht da gewesen wäre, würde ich nicht mehr hier sein.“ Karl war gerade auf dem Weg zum Bücherbus, als er plötzlich diesen stechenden Schmerz in der Brust spürte. „Dann wurde mir schwarz vor Augen. An recht viel mehr kann ich mich nicht erinnern.“ Ein paar hundert Meter vor seiner Wohnung in Feldmoching passierte das Drama. Und sein Nachbar? „Ich kam gerade aus der Tiefgarage , als ich ihn da liegen sah“ erzählt Michael Höbel. Noch so ein Zufall: Eigentlich wollte der angehende Arzt gar nicht vorher zum Einkaufen fahren, „aber irgendwie dachte ich mir: Das muss sein!“

Und nun kommt der nächste Glücksfall: Als Michael zu seinem Nachbarn läuft, liegt der erst seit wenigen Minuten dort. Es gibt also noch Hoffnung. „Ich habe sofort gemerkt, dass er nicht mehr atmet, keinen Puls mehr hat.“ Er kniet neben Karl nieder und beginnt sofort eine Herzdruckmassage (siehe unten). „Dann habe ich gemerkt: Er kommt zurück.“ Vier Tage liegt Karl Pummer auf der Intensivstation – dann wacht er wieder auf. „Ich wusste erst gar nicht, wo ich bin.“

Da stellt sich eine spannende Frage: Wenn Karl kurz tot war – was passiert da? Zog sein Leben an ihm vorbei? „Nein, ich habe auch keinen hellen Tunnel gesehen, der mich magisch anzog“, sagt er lachend. „Nichts!“ Und dann fügt er augenzwinkernd an: „Vielleicht muss man ja länger drüben bleiben, damit was passiert. Meine Zeit war noch nicht gekommen.“

Genau dafür ist er auch jeden Tag dankbar – besonders, wenn er mit seinen Enkeln spielt. „Man lebt natürlich plötzlich viel bewusster, jeder Moment ist nun ein Segen.“ Und auch Nachbar Michael wird für immer eine Rolle in seinem Leben spielen. „Für eine solche Hilfe kann man sich schwer bedanken – aber natürlich habe ich das getan. Oft!“

So helfen Sie richtig

Ein Mensch ist in Not – was kann ich tun? Wie der Münchner Notarzt Dr. Axel Thiäner betont, ist es erst mal immer wichtig, zu helfen! „Besonders bei der Reanimation kann man keine Fehler machen“, so der Mediziner. Hier seine wichtigsten Tipps:

1. Wenn Sie merken, dass die Person nicht mehr atmet – legen Sie den Kranken auf den Rücken.

2. Beginnen Sie am Brustbein eine Herzdruckmassage (siehe Bild). Wichtig: Sie können hier nichts falsch machen. Auch Notärzte brechen hierbei manchmal Patienten einzelne Rippen. Drücken Sie mit Ihrem Oberkörper auf die Stelle, nicht nur mit den Händen.

3. Sie sollten pro Minute rund 100 Mal auf die Stelle drücken. Hören Sie nicht auf – bis der Notarzt kommt. Beatmen Sie das Opfer zudem in kurzen Abständen.

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