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Etwa 1500 erwachsene Wechselkröte leben in München. Damit das so bleibt, hat die Stadt Biotope für die Amphibien angelegt. Zum Beispiel in der Fasanerie.

Biotop sorgt für Unverständnis

Ärger in der Fasanerie: Kiesige Tümpel statt grüner Park

München - In der Fasanerie sorgen zwei Krötenbiotope für Kopfschütteln – die Stadt will nun besser über die Anlagen informieren.

Ihre Haut ist hellgrau mit grünen Flecken. Sie wird bis zu neun Zentimeter groß und ist europaweit streng geschützt. Im Raum München gibt es die vom Aussterben bedrohte Wechselkröte noch. Seit den Siebzigerjahren aber hat der Bestand stark abgenommen. Etwa 1500 erwachsene Tiere leben heute hier.

Damit das so bleibt, haben Stadt und Gemeinden Wechselkrötenbiotope angelegt. Zum Beispiel in der Fasanerie im Münchner Norden. Am Skabiosenplatz und an der Pfarrer-Himmler-Straße warten kleine, flache Tümpel auf die Amphibien. Dort können die Weibchen im April und Mai ihre Laichschnüre ablegen.

Am Skabiosenplatz und an der Pfarrer-Himmler-Straße gibt es kleine, flache Tümpel, in denen die Weibchen ablaichen können.

Was die Kröten freut, stößt bei einigen Bewohnern jedoch auf Unverständnis. Mitten im Wohngebiet breiten sich an zwei Stellen kiesige Flächen mit schmucklosen Wasserlöchern, karger Vegetation und ohne Baumbestand aus. „Manche Leute denken sich, was sollen denn diese Pfützen da? Sie hätten sich lieber einen Park gewünscht“, erzählt Britta Kubat-Galuschky, die mit ihrer Familie dort lebt. Sie selbst interessiert sich für die Biotope, besuchte sogar einen Vortrag des zuständigen Landschaftsarchitekten. Bei vielen anderen aber stößt die Gestaltung der Flächen auf Ratlosigkeit. „Mal führen die Tümpel Wasser, mal sind sie trocken“, sagt Kubat-Galuschky. „Da fragen sich dann einige: Ist das gut oder schlecht für die Tiere?“

Um solche Verwirrung zu verhindern, wandte sich Kubat-Galuschky an den Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl. Das Gremium unterstützte ihren Antrag, die Stadt möge doch Tafeln aufstellen, die über Bedürfnisse und Lebensraum der Kröte informieren. Das Baureferat nahm den Vorschlag dankend an. Das Unwissen der Bürger über die Biotope beschäftigt die Stadt seit Längerem. Oft würden dort Leute ihre Gartenabfälle entsorgen, heißt es aus der Behörde. Diese muss die Kommune kostenpflichtig beseitigen.

Derzeit entwickelt ein Grafikbüro für das Baureferat Schilder und Flyer über die Wechselkröte. Die Infotafeln sollen im Frühjahr angebracht werden. Im Frühsommer wird es am Skabiosenplatz außerdem eine Führung zum Thema geben. Dann können Interessierte endlich erfahren, warum kaum Bäume in den Biotopen stehen. Die Tümpel sollen nämlich in regelmäßigen Abständen austrocknen. Das funktioniert besser, wenn sie der Sonne ausgesetzt sind. Da die Wechselkröte die Teiche nur zum Laichen braucht, schadet ihr das nicht. Ganz im Gegenteil. Trocknen die Tümpel ab und an aus, können sich dort keine Libellenlarven oder Fische ansiedeln. Die würden die Kaulquappen der Wechselkröte nämlich fressen.

Katrin Hildebrand

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