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Reinhard Sachsinger von der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Münchner Norden“ vor dem Haus.

Nach Zweckentfremdungsantrag drohte Abriss

Dank Anwohnern und Verein: „Russenhaus“ darf doch bleiben

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Eigentlich stand das sogenannte „Russenhaus“ seit Jahren vor dem Abriss. Doch nun scheint der Bau gerettet zu sein. Es gibt auch schon einen Wunsch für die künftige Verwendung.

München - Seit 2013 steht das sogenannte Russenhaus leer. Ab 2016 war es vom Abriss bedroht. Die Immobiliengesellschaft CA Immo hatte schon einen Zweckentfremdungsantrag für das Grundstück an der Raheinstraße 3 gestellt. Auf einem 14,2 Hektar großen Areal nördlich und östlich des Feldmochinger Bahnhofs will das Unternehmen in den kommenden Jahren ein neues Viertel mit etwa 900 Wohnungen errichten. In diesem Zusammenhang sollte auch das Haus mit dem charakteristischen Mansardgiebeldach weichen. Nun aber wird es wohl bleiben.

„Aus immobilienwirtschaftlicher Sicht wäre ein Abriss angebracht gewesen“, sagt Markus Diekow von CA Immo. Viele Anwohner, Bürger und lokale Vereine hatten sich jedoch für den Erhalt des Baus stark gemacht und wollten diesen für öffentliche Zwecke nutzen. Auch der Bezirksausschuss (BA) Feldmoching-Hasenbergl und weitere Politiker machten sich dafür stark. „Das politische Interesse war groß“, gibt Diekow zu. Zweimal wurde geprüft, ob der Bau unter Denkmalschutz gestellt werden könnte. Beide Male war der Bescheid negativ. Laut CA Immo hat auch das Schulamt das Haus auf eine mögliche Nutzung als Kita untersucht, es jedoch für ungeeignet befunden.

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Ähnlichkeit mit dem Murnauer Haus

Doch das zwar alte, aber sanierungsfähige Gebäude ließ Anwohner, Vereine und Politik nicht mehr los. Das lag insbesondere an seiner Optik. Verblüffend ähnelt es dem Murnauer Haus, in dem die Künstlerin Gabriele Münter unter anderem mit ihrem russischen Lebensgefährten Wassily Kandinsky wohnte.

Der Wille der Bürger hat sich nun zumindest teilweise durchgesetzt. Die CA Immo will den Bau stehen lassen. Gemeinsam mit der Verwaltung wurde entschieden, dass der Bebauungsplan dementsprechend geändert wird. Markus Diekow sagt: „Es war uns nie daran gelegen, das Haus auf Biegen und Brechen zu vernichten. Es war uns nur wichtig, dass es eine wirtschaftliche Nutzung dafür gibt.“ Vermutlich wird das Unternehmen es wieder als Wohnhaus herrichten lassen. Die Verwaltung habe beschieden, dass es für andere Zwecke nicht geeignet sei.

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Wunsch nach Bürgerbegegnungsstätte

Reinhard Sachsinger von der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Münchner Norden“ freut sich über den Erhalt des Gebäudes. „Wir hatten es uns aber als Bürgerbegegnungsstätte gewünscht. Das wäre immer noch schön.“ Im geplanten Quartier an der Hochmuttinger Straße im Norden Feldmochings sei von vorneherein ein Nachbarschaftstreff eingeplant, sagt er. Dabei solle es dort nur 615 Wohneinheiten geben. An Ratold- und Raheinstraße entstünden 900. „Da wäre so ein Treff viel wichtiger, damit Altes und Neues zusammenwachsen können.“

Und noch einen Wunsch hegt der Feldmochinger: mehr Feingefühl bei der Namensvergabe. Wie das Münter-Haus in Murnau wird sein Münchner Zwilling umgangssprachlich nämlich oft Russenhaus genannt. Sachsinger kritisiert das. „Erstens ist das despektierlich. Außerdem hat unser Gebäude hier mit dem Münter-Haus gar nichts zu tun. Die Ähnlichkeit ist reiner Zufall. Der Baustil war eben vor 100 Jahren recht verbreitet.“

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Katrin Hildebrand

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