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Stadtteil-Serie: Mein perfekter Tag in München

Hier spuit die Musi! - Feldmochinger kämpft für die Erhaltung der bairischen Sprache

Die UNESCO hat den Bayerischen Dialekt 2009 auf die Liste gefährdeter Sprachen gesetzt. Einer, der entschieden für den Erhalt des Dialekts kämpft, ist Gerhard Holz (72).

München - Dies tut Holz als Volksmusiker oder im Förderverein Bairische Sprache und Dialekte, dessen Vorsitzender er jahrelang war. Seit über 50 Jahren lebt der gebürtige Niederbayer in Feldmoching. Am Viertel schätzt er besonders den dörflichen Charakter.

Obwohl Feldmoching Teil einer Millionenstadt ist, gibt es hier noch echte Bauernhöfe, viel Grün und ländliches Miteinander. „Ich kann hier in jedes zweite Haus gehen, da kennt man mich“, sagt Holz. Feldmoching ist für den 72-Jährigen „a bärige Sach“. 

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St. Peter und Paul

Als gottesfürchtiger Mensch schaut Holz vormittags in der Kirche St. Peter und Paul vorbei und zündet eine Kerze an. Dort, an der Feldmochinger Straße 401, hat er 1971 auch seine Frau Christa geheiratet. „In der Kirche trifft man sich“, sagt der 72-Jährige. Seit über 40 Jahren singt Holz dort. „Nächstes Jahr im März feiert meine Musikgruppe, der Feldmochinger Zwoagsang, hier ihr 30-jähriges Bestehen. Dann gibt es einen Dankgottesdienst“, freut sich Holz. 

Einkaufen auf dem Bauernhof

Nach dem Besuch in der Kirche geht Holz beim Zehentmeierhof an der Feldmochinger Straße 400 einkaufen. Bäuerin Paula Zech, deren Familie den Hof seit rund 200 Jahren bewirtschaftet, überreicht ihm Eier und Kartoffeln. Auch wenn Zech nicht beim Verkauf ist, kann man sich hier Essen holen. Der Bauernhof vetraut auf die Ehrlichkeit seiner Kundschaft. Zur Selbstbedienung liegen dienstags bis samstags von 7.30 bis 18 Uhr Waren bereit. „Da weiß man, wo es herkommt“, sagt Holz.

Erfrischung am Feldmochinger See

„Der Feldmochinger See ist einfach traumhaft“, schwärmt Holz und watet mit hochgekrempelten Hosen durch das kühle Wasser. Der See ist für ihn von zu Hause aus sowohl zu Fuß als auch mit dem Radl schnell zu erreichen. Gerne wandert er auch mit seiner Frau und Nordic-Walking-Stöcken am Ufer des 16 Hektar großen Sees entlang. Ruhig geht es hier allerdings vor allem in der wär­meren Jahreszeit selten zu: „Im ­Sommer versammelt sich hier der halbe Münchner Norden“, sagt Holz und lacht.

Brotzeit beim Strobl

Nachmittags geht Holz für eine kleine Brotzeit in „Strobl’s Bierstuben“ an der Pflaumstraße 10 (geöffnet montags bis donnerstags ab 16 Uhr, sonntags von 10 bis 13 Uhr und dann wieder ab 17 Uhr). „Beim Strobl gibt es eine besonders gemütliche Laube. Hier sind so viele Blumen. Der Wirt verbringt jeden Tag mindestens zwei Stunden nur mit Gießen“, sagt Holz.

In loser Reihenfolge veranstaltet er hier mit anderen Künstlern Musikantentreffen. „Im Mai waren 40 Leute da, darunter 14 Musikanten“, erinnert sich Holz.

Auftritt im Feldmochinger Hof

Bevor der perfekte Tag zu Ende geht, unterhält Holz die Feldmochinger noch mit seinem Mundart-Programm Boarisch gredt, gsunga und gspuit im Feldmochinger Hof an der Feldmochinger Straße 389 (Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 17 bis 24 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 24 Uhr). „Ich trete hier seit 2001 in unregelmäßigen Abständen auf. Meine Gäste waren unter anderem Luise Kinseher, Gabi Weiss und Richard Süßmeier“, erzählt Holz. Im Feldmochinger Hof könne man auch gut essen. Holz’ Leibgericht ist übrigens der Zwiebelrostbraten. 

Feldmoching-Hasenbergl in Zahlen

Feldmoching-Hasenbergl ist der 24. Stadtbezirk – und mit 2900 Hektar flächenmäßig der zweitgrößte in München. Bezirksteile sind Feldmoching, Lerchenau, Hasenbergl und Ludwigsfeld. Zuletzt (31. Dezember 2017) hatte der Stadtbezirk 60 933 Einwohner. In unserer Sommer-Serie zeigen wir, was es in den 25 Münchner Stadtbezirken zu ­entdecken gibt. Persönlichkeiten aus den Vierteln präsentieren den perfekten Tag. Urlaub daheim – heute der letzte Teil: Feldmoching-Hasenbergl.

Laura Felbinger

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der

Facebook-Seite Mein Feldmoching/Hasenbergl.

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