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Liegen hier hunderte Nazi-Opfer? Die Grafik zeigt die Lage des Grundstücks an der Granatstraße in Ludwigsfeld.

Serie: Was 2016 dem Stadtbezirk bringt

Neuer Supermarkt und Untersuchungen auf dem Liebl-Gelände

München - In Ludwigsfeld wird sich in diesem Jahr einiges tun. Seit Längerem bereits steht beispielsweise das sogenannte Liebel-Gelände im Fokus der Aufmerksamkeit.

Dieses wird derzeit zur Reparatur und zum Verkauf von Autos genutzt. Der Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl (BA 24) hat schon vor Monaten darauf hingewiesen, dass sich auf dem Areal ein Massengrab befinden könnte. Genau dort nämlich lag bis 1945 das sogenannte Judenlager des ehemaligen KZ-Außenlagers Dachau-Allach. Die Hintergründe und Hinweise werden derzeit noch untersucht. Stadtteilhistoriker und BA-Mitglied Klaus Mai (SPD) glaubt, dass heuer Teile des Geländes geschlossen werden müssen. Dass die Stiftung bayerischer Gedenkstätten fündig wird, ist für Mai ziemlich sicher, da schon in den 1950er-Jahren Gräber entdeckt wurden. In diesem Fall müssten an den entsprechenden Plätzen Gedenkstätten für die Ermordeten errichtet werden. Je nach Witterung sollen die Grabungen in den kommenden Wochen starten.

Probleme mit der Parksituation

Da sich zwei Orte, an denen noch Leichen vermutet werden, auch außerhalb des Liebel-Geländes in der Siedlung Ludwigsfeld selbst befinden, könnten sich die Grabungen auch auf die dortige Parkplatzsituation auswirken. Diese ist seit Jahren prekär. Daher soll noch in diesem Jahr untersucht werden, wie sich der Anteil sogenannter Fremdparker, viele davon Arbeitnehmer der nahegelegenen Unternehmen MAN und MTU, auf die Situation für die Anwohner auswirkt. Würden auch außerhalb des Liebel-Geländes Grabstätten in Ludwigsfeld entdeckt, könnten an diesen Orten nicht die so dringend benötigten neuen Parkplätze entstehen.

Baulücke am Feldmochinger Bahnhof wird geschlossen

Gute Nachrichten gibt es für die Feldmochinger. Noch heuer soll mit der Errichtung eines Supermarkts mit Boardinghaus am Walter-Sedlmayr-Platz begonnen werden. Damit würde nicht nur eine Baulücke am Feldmochinger Bahnhof geschlossen, sondern auch die Einkaufssituation der Anwohner verbessert. Die Familien in der Fasanerie wiederum können sich auf einen neuen Kinderspielplatz freuen. Dieser wird am Nordufer des Fasaneriesees entstehen. Ein weiterer Spielplatz, den auch Jugendliche nutzen können, soll 2017 an die Pappelallee kommen. Die Voraussetzungen dafür will der BA heuer schaffen.

Ins Stocken geraten hingegen sind die Pläne für das neue Alten- und Servicezentrum am Stanigplatz im Hasenbergl. Der BA hatte ursprünglich noch im vergangenen Jahr mit dem Baubeginn gerechnet. Derzeit allerdings stehen die Verhandlungen mit dem Bauherrn still.

Endlich eine Unterführung an der Fasanerie

Konkrete Formen hingegen soll nun endlich die seit 30 Jahren geplante Unterführung am S-Bahnhof Fasanerie annehmen. Derzeit befindet sich dort ein beschrankter Übergang, an dem sich die Autos regelmäßig in langen Schlangen stauen. Das Baureferat hat für dieses Jahr nun eine Bürgerbeteiligung zum Thema angekündigt. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Neubebauung im Norden des Bezirks

Auf den Tisch kommen heuer auch drei Aufstellungsbeschlüsse für Bebauungspläne, die den Feldmochinger Anger, den Norden Feldmochings sowie Ratold- und Raheinstraße am Feldmochinger Bahnhof betreffen. Für den letzteren Bereich plant die österreichische Immobiliengesellschaft CA Immo den Bau von 900 Wohnungen. Viele Bürger haben Angst, dass das ihr Viertel zu stark verändern könnte.

Katrin Hildebrand

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