Fritz Betzwieser (1929 - 1993) Pfarrer und Tierfreund

München - Wenn ihn jemand als "Viercherl-Pfarrer" titulierte, dann war das für Fritz Betzwieser eine Auszeichnung. 28 Jahre lang, von 1965 bis 1993, hat der charismatische Seelsorger als Stadtpfarrer an der katholischen Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen gewirkt.

Der gebürtige Münchner sah sich stets im Dienst der Menschen, aber auch für die Tiere hat er sich nicht nur in seinen Predigten vehement eingesetzt. Mahnwachen Seite an Seite mit Tierschützern und Aufsätze, in denen er über eine Seele der Tiere philosophierte, dürften dem Monsignore des öfteren Ärger mit den Kirchen-Oberen eingetragen haben.

Er selbst sah sich nicht ungern als "Münchner Don Camillo" tituliert. Seine Gottesdienste zur Welttierschutzwoche, bei denen er Haustiere vom Zamperl bis zum Kanarienvogel segnete, waren stets gut besucht. Den Kontakt zur jungen Generation hat der ehemalige Jugendkaplan auch im Alter nie verloren.

Für Bodenhaftung sorgte ein großer weltlicher Freundeskreis. Auf ausgedehnten Reisen hatte der Pfarrer Kontakte zu Künstlern, Unternehmern und Politikern bis hin zum Dalai Lama geknüpft. Mit Mutter Theresa und Dietrich Bonhoeffer stand er in Briefkontakt. In München saß der kunstsinnige Geistliche gern mit dem Stadt-Philosophen Sigi Sommer am Stammtisch, pflegte die Freundschaft mit Herbert Rosendorfer und Richard Seewald. Auch mit Kardinal Joseph Ratzinger verband ihn eine langjährige Freundschaft.

Die Bayerische Kunstakademie verlieh Betzwieser den Orden "Pro Arte". Die Landeshauptstadt zeichnete ihn mit der Medaille "München leuchtet" aus. Wenn München das Image der "Zamperl-Stadt" und seinen lebensfrohen, weltoffenen Katholizismus ins 21. Jahrhundert mitnehmen konnte, so ist das auch Fritz Betzwiesers Verdienst. Er selbst hat die Jahrtausendwende nicht mehr erlebt. Betzwieser starb am 19. Juli 1993 an Herzversagen. Begraben ist er auf dem Winthir-Friedhof, nicht weit von seinem Freund Sigi Sommer.

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