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Fettes Geschäft: Giesinger Bräustüberl bekommt 22.000 Liter Speiseöl und bezahlt mit Bier

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Von: Andreas Daschner

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Sonnenblumenöl gegen Bier: Für Heiko Lesch, den Giesinger Brauereichef Steffen Marx und Christian Hilbert (v. li.) war das ein gutes Geschäft.
Sonnenblumenöl gegen Bier: Für Heiko Lesch, den Giesinger Brauereichef Steffen Marx und Christian Hilbert (v. li.) war das ein gutes Geschäft. © Markus Götzfried

Das Giesinger Bräustüberl bekommt 22 000 Liter – und zahlt in einer Tauschaktion mit ebenso viel Bier zurück. Öl-Engpässe sind damit heuer kein Thema mehr.

Lieferengpässe beim Speiseöl? Die sind für das Giesinger Bräustüberl Geschichte. Das Restaurant hat einen Deal abgeschlossen, der ihm unglaubliche 22 000 Liter Öl sichert – mehr als genug, um bis Jahresende Schnitzel braten und Pommes frittieren zu können.

Bier für Öl lautete die Aktion, mit der das Giesinger Gasthaus den Mangel an Sonnenblumen- und Rapsöl beheben wollte. Die Idee von Steffen Marx, Chef vom Giesinger Bräu: Jeder Gast, der einen Liter Öl mitbrachte, bekam die gleiche Menge Gerstensaft (wir berichteten). Jetzt kam ein Angebot, mit dem Wirt Erik Hoffmann in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet hatte: 32 Paletten Öl – das sind 22 000 Liter – wurden geboten – und letztlich auch gegen die gleiche Menge Bier getauscht.

Mittelfränkische Firma kaufte Öl in der Ukraine

Doch wer hat so viel Öl auf Lager? Es ist die Firma Lesch in Mittelfranken, die Altfett entsorgt und recycelt. „Wir hatten zufällig kurz zuvor einen Deal mit einer ukrainischen Ölmühle geschlossen“, berichtet Vertriebsleiter Günter Klein. Das Geschäft zeigt für ihn auch: „Es gibt eigentlich keinen Mangel an Öl, daran sind vielmehr nur die Hamsterkäufe der Menschen schuld.“

Ein Hamsterkauf war das Geschäft der Firma Lesch nicht. Der Deal war laut Klein als Unterstützung für die Ukraine gedacht. „Wir wussten noch gar nicht, was wir mit dem Öl machen.“ Da stolperte Klein auf Facebook über die Aktion des Giesinger Bräustüberls. „Ich fand das eine lustige Idee“, sagt Klein. Und: „Ich wollte mal schauen, wie weit sie mitgehen.“ Dass das Restaurant tatsächlich alle 32 Paletten gegen Bier eintauschen würde, habe er selbst nicht gedacht.

Giesinger Bräu gibt Speiseöl an seine Restaurants ab

Dass es in der Firma Lesch nun täglich feuchtfröhlich zugeht, ist trotz der 22 000 Liter Bier nicht zu erwarten. Denn die Firma startet selbst eine Aktion: „Wir verlosen das Bier an Vereine aus unserer Region, die uns nachweisen, dass sie sich besonders nachhaltig verhalten“, sagt Klein.

Im Bräustüberl hat Wirt Erik Hoffmann nun mehr Öl, als er selbst verbrauchen kann. „Wir nehmen uns nur den Teil, den wir selbst bis Jahresende benötigen“, sagt Sprecher Thomas Doriath. Und der Rest? „Den geben wir an die Gaststätten, die wir mit unserem Bier beliefern, ab – und zwar zum Selbstkostenpreis.“ Also nicht zum Literpreis von Öl, sondern von Bier.

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