Im Michaelibad werden immer wieder Mädchen belästigt.

Mädchen belästigt

Grapscher im Michaelibad: So reagieren die Stadtwerke

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München - Im Michaelibad in Neuperlach kommt es immer wieder zu Übergriffen. Zuletzt am Ostersonntag. Nun erklären sich die Stadtwerke München, die die Bäder betreiben.

Im Michaelibad in Neuperlach hat erneut ein Mädchen Anzeige erstattet. Laut Polizei war eine 15-Jährige am 22. März mit drei gleichaltrigen Freundinnen im Außenbecken. Gegen 20.20 Uhr berührte sie ein 23-Jähriger aus Afghanistan mehrfach an Bein und Oberschenkel. Die Jugendliche holte den Bademeister, dieser verständigte die Polizei. Der 23-Jährige wurde wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage angezeigt. Wie berichtet, waren am Ostersonntag zwei 14-jährige Schülerinnen von drei Jugendlichen – zwei aus Syrien, einer aus Afghanistan – bedrängt worden. Ähnlich gelagerte Fälle sind am 9. Januar und 3. Februar im Michaelibad aktenkundig geworden.

Die für die Bäder in München zuständigen Stadtwerke (SWM) haben nach eigenen Angaben stadtweit keinen drastischen Anstieg an Belästigungen festgestellt. Dass es immer wieder im Michaelibad zu derartigen Fällen kommt, könnte nach Angaben eines SWM-Sprechers daran liegen, dass es dort für junge Leute ein sehr attraktives Angebot zu einem günstigen Preis gibt. Auch aus dem Umland würden Jugendliche dort zum Baden kommen.

SWM: Zwölf bis 19 Fälle im vergangenen Jahr

Zwischen zwölf und 19 solcher Fälle habe es nach Angaben eines Sprechers in vergangenen Jahr gegeben – in allen 18 Schwimmbädern, die die Stadt betreibt. Insgesamt besuchen vier Millionen Gäste im Jahr die Bäder. „Jeder Fall ist einer zu viel. Wir tun alles, um solche Vorkommnisse zu verhindern“, betonte der Sprecher. Alle Mitarbeiter würden regelmäßig von der Kriminalpolizei geschult. „Unsere Mitarbeiter tun alles dafür, dass jeder Badegast ein sicheres Gefühl haben kann.“ Deshalb setze man auf Aufklärung und Prävention. Bereits seit dem Jahr 2013 gebe es in den Schwimmbädern Baderegeln in sieben Sprachen, die in Form von Flyern ausliegen und auf Plakaten zu sehen sind. Darin werde unter anderem darauf hingewiesen, dass jede Frau, egal wie sie angezogen ist, zu respektieren ist. Nach Angaben des Sprechers kämen etliche Badegäste aus Kulturkreisen, in denen Schwimmen in Bädern nicht üblich sei. 

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