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Der Waldfriedhof wird zur Promi-Grabstätte.

Historisches Gräberfeld 41

Künstlerviertel auf dem Waldfriedhof nach Wiener Vorbild

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Auf dem Münchner Waldfriedhof gibt es bald ein Künstlerviertel nach dem Vorbild des Wiener Zentralfriedhofs. Noch im Frühjahr soll es in Betrieb gehen.

München - Auf dem Münchner Waldfriedhof gibt es bald einen Künstlerfriedhof nach Vorbild des Wiener Zentralfriedhofs. Das historische Gräberfeld 41 nahe dem Eingang an der Kreuzung Fürstenrieder- und Würmtalstraße dient künftig als letzte Ruhestätte für ausgewählte prominente Künstler. Am Donnerstag bringt der Gesundheitsausschuss des Stadtrats die neue Friedhofssatzung auf den Weg, in die die „Künstlersektion“ aufgenommen wird. Noch im Frühjahr soll sie in Betrieb gehen.

Bisher ruhten die Promis in Bogenhausen

Die neue Promi-Grabstätte geht zurück auf einen Antrag der CSU, die sich für einen Münchner Künstlerfriedhof stark gemacht hatte. Bislang war der Friedhof in Bogenhausen der Ort, an dem viele Prominente beigesetzt wurden – allerdings nur inoffiziell. Dort, wo etwa Erich Kästner und Helmut Fischer begraben sind, gibt es kaum mehr freie Gräber, auch wenn hier seit neuestem wieder Bestattungen durchgeführt werden.

Das Gräberfeld 41 im alten Teil des Waldfriedhofs liegt idyllisch inmitten einer Waldlichtung, umgeben von kleinen Pfaden. Direkt gegenüber befindet sich das Grab von Literatur-Nobelpreisträger Paul Heyse. Auf dem Feld selbst liegen die ab 1912 vom Künstler-Unterstützungsverein angelegten Gräber mit Grabplatten. Die Grabnutzungsrechte sind längst erloschen – jetzt lässt die Stadt die gesamte Anlage nach und nach sanieren.

Insgesamt 39 bekannte Münchner Persönlichkeiten können hier künftig bestattet werden – unter den bestehenden, restaurierten Grabplatten, in die dann der Name des Künstlers graviert werden kann.

Wer hier ruhen darf, entscheiden die Stadt-Oberen

Wer hier zur ewigen Ruhe gebettet wird, entscheiden Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und der Ältestenrat. Das ist dann der Fall, wenn es sich bei einem Verstorbenen „um eine besonders bekannte Persönlichkeit handelt, die sich vor allem im Bereich der Kultur um die Landeshauptstadt verdient gemacht hat“. Wenn es nach der Stadt geht, soll der Künstlerfriedhof nicht nur die Trauerkultur fördern, sondern auch ein „attraktiver Besuchsort für Touristen und Einheimische werden“. Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs schwärmt vom „bekannten Kulturleben“ Münchens, das „so vielfältig wie bedeutsam“ sei. „Mit der Künstlersektion auf dem Waldfriedhof werden wir den Kulturschaffenden auch über den Tod hinaus ein würdiges Andenken bewahren können.“

Auch für Normalbürger gibt es neue Grabstätten

Auch für den Normalbürger gibt es in München künftig zwei neue Möglichkeiten, sich bestatten zu lassen: Sowohl auf dem Neuen Südfriedhof als auch auf dem Friedhof Haidhausen hat die Stadt neue Urnengrabanlagen eingerichtet. Hier kann die Urne neben vielen anderen bestattet werden, der Name des Verstorbenen findet seinen Platz auf einer großen Gemeinschaftsstele – oder in Haidhausen wahlweise auch auf einem Bronzeblatt.

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