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Wilde Locken, blaues Hemd: So betrat Chemie-Student Michael W. gestern das Landgericht. Ihm drohen mindestens drei Jahre Haft.

Er prüfte Koks im Uni-Labor

So wurde Michael W. der Drogen-Panscher von Großhadern

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München - Im Studium kam Michael W. (28) kaum noch klar, mit den Aufgaben an der Ludwig-Maximilians-Universität war er schlicht überfordert. Dann setzte er auf leistungssteigernde Substanzen – und landete nun vor Gericht.

Der Druck, der Stress, die Sorgen: Irgendwann wurde Michael W. (28) alles zu viel. Im Studium kam er kaum noch klar, mit den Aufgaben an der Ludwig-Maximilians-Universität war er schlicht überfordert. Und weil er selbst nicht mehr daran glaubte, die Anforderungen der Uni erfüllen zu können, machte der angehende Chemiker einen großen Fehler: Er setzte auf leistungssteigernde Substanzen – und landete vor Gericht.

Seit Montag wird gegen Michael W. verhandelt. Der Tatvorwurf: unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln, Beihilfe und Drogenerwerb. Insgesamt 17 Fälle wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. „Ich möchte ein umfassendes Geständnis ablegen“, sagte der LMU-Student. Und erklärte, wie er zum Drogenpanscher von Großhadern wurde.

Im August 2014 saß er über den Büchern, die Master-Arbeit stand bevor. Nur noch wenige Monate trennten W. vom Abschluss am Department für Chemie und Pharmazie. „Aber der Stress wuchs mir über den Kopf.“ Deshalb schluckte er lieber Amphetamine.

Die Wirkung: zunächst mehr Energie. „Aber dann konnte ich nicht mehr schlafen.“ Weswegen W. dann auch noch Beruhigungstabletten schluckte.

Ein gefährlicher Cocktail, der ihm schließlich auch nicht mehr reichte. Der Student besorgt sich Kokain – und wird abhängig. „Ich konnte länger arbeiten. Aber mir ging das Geld aus. Dann kam mir in einer schlaflosen Nacht die Idee mit der Leistungsdiagnose.“

Seinem Dealer bietet der angehende Chemiker an, dessen Drogen im Labor seines Instituts zu untersuchen – auf Inhalte und Reinheit. Damit dieser die Drogen bestmöglich verkaufen konnte. Mehrere Male erhielt W. ab Sommer 2014 kleinere Päckchen mit Drogen geschickt – zunächst als Test, später tatsächlich für die Untersuchung in der Uni.

„Eigentlich war ich dafür nicht ausgebildet“, gesteht der Student. „Aber ich trat seriös auf. Das reichte. Dass ich mich dadurch strafbar machte, wusste ich nicht.“ War aber so. Auch, weil er kleinere Mengen Koks zum Konsum behalten durfte. „Heute bereue ich es“, sagt Michael W. Nach einer gerichtlichen Absprache muss er nun mindestens drei Jahre in Haft und eine Therapie machen.

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