Mordkommission ermittelt

„Tragödie für alle Beteiligten“ - Vater soll Säugling totgeschüttelt haben

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Ein 32 Jahre alter Italiener soll seine fünf Wochen altes Baby so sehr geschüttelt haben, dass das Mädchen an starker Hirnschwellung starb. Der Vater sitzt in Untersuchungshaft.

Eine Tragödie hat sich am Sonntagnachmittag in einer Wohnung in Kleinhadern abgespielt. Ein 32 Jahre alter Italiener soll seine erst fünf Wochen alte Tochter so stark geschüttelt haben, dass sie an den Folgen starb. Der Mann sitzt wegen des Verdachts des Mordes und der Misshandlung von Schutzbefohlenen in Untersuchungshaft.

Die Mutter des Säuglings verständigte am Sonntag gegen 15 Uhr den Notarzt. Sie war an diesem Tag nach ersten Erkenntnissen auch zu Hause, hielt sich jedoch offenbar in einem anderen Zimmer auf. Der Vater war mit seiner Tochter alleine. Als die junge Frau ihr Baby sah, merkte sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Das Mädchen atmete kaum noch. Der Notarzt begann damit, es zu reanimieren. In der Haunerschen Kinderklinik versuchten die Ärzte alles, um das Leben des Kindes zu retten. Doch ohne Erfolg. Um 4 Uhr morgens starb das Mädchen.

Da die Todesursache unklar war, wurde am Dienstag eine Obduktion im Institut für Rechtsmedizin durchgeführt. Es stellte sich heraus, dass das Kind mit großer Wahrscheinlichkeit ein Schütteltrauma erlitten hatte und an den Folgen einer starken Hirnschwellung starb. Am Dienstagabend gegen 19.30 Uhr wurde der Vater des Mädchens zur Mordkommission gebracht und vernommen. Er räumte schließlich ein, seine Tochter geschüttelt zu haben.

„Das ist auch für die Mordkommission kein normaler Fall“, sagte der neue Leiter, Josef Wimmer, am Donnerstag. „Es ist eine Tragödie für alle Beteiligten.“ Die Staatsanwaltschaft sieht die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe als erfüllt. Wer sein Kind schüttele, nehme in Kauf, dass es an den Folgen sterben kann, sagte Oberstaatsanwältin Anne Leiding.

Das erst fünf Wochen alte Mädchen war das erste Kind des italienischen Paares. Die Mutter des Babys wird nun psychologisch betreut.

Stefanie Wegele und Dorita Plange

Rubriklistenbild: © dpa

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