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So sieht momentan die Realität aus: Neben dem Heli-Landeplatz am Boden soll das Klinikum Großhadern einen auf einem Dach bekommen.

Ärger im Anflug

Anwohner laufen Sturm gegen zweiten Heli-Landeplatz auf Klinikum Großhadern

Der Freistaat plant, auf dem künftigen Herz-Lungen-Gefäß-Zentrum des Klinikums Großhadern einen weiteren Hubschrauberlandeplatz bauen zu lassen. Der Protest der Anwohner ist groß.

München - Schon zu Sitzungsbeginn ging nichts mehr. Die Mitarbeiter des Lokales „Mehlfelds“, in dem die Haderner Stadtteilpolitiker allmonatlich zusammenkommen, hatten alle Hände voll zu tun, um wenigstens die Fluchtwege frei zu halten. Grund des Ansturms: Das Klinikum Großhadern plant einen zusätzlichen, zweiten Hubschrauberlandeplatz. Der Antrag des Staatlichen Bauamts München 2 ist seit Ende Januar öffentlich im Internet und im Planungsreferat (Städtisches Hochhaus, Blumenstraße 28b, Raum 071) einzusehen. Erstes Ventil für die entsetzten Anwohner war die Sitzung des Stadtteilgremiums. Und die Zeit drängt: Nur noch bis zum 14. März können sich Betroffene zu dem Vorhaben äußern.

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Entsprechend geladen war die Atmosphäre. Etliche Anwohner aus den umliegenden Wohngebieten hatten ihre Einwendungen gegen den neuen Landeplatz schriftlich ausformuliert und trugen diese vor. Einer von ihnen war Gerhard B.: Er machte deutlich, dass er, wie die meisten seiner Mitstreiter, keinesfalls etwas dagegen habe, die Situation der Patienten zu verbessern. Warum aber die neue Flugschneise statt wie bisher über unbebautes Gebiet dann über die Wohnbebauung führen soll, sieht er „schlichtweg nicht ein“. Seine Schlussfolgerung: Der Fluglärm werde wohl selbst der Universität zu viel, weshalb man jetzt die Anwohner belastet. Andere zweifeln die Notwendigkeit eines zusätzlichen Landeplatzes grundsätzlich an. Insbesondere auf dem Dach.

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Patienten ist Umlagerung nicht zuzumuten

Tatsächlich argumentiert das Staatliche Bauamt München 2 in seinem Antrag auf einen zusätzlichen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach eines der neuen Klinikgebäude, dass den Patienten eine Umlagerung nicht zuzumuten sei. Denn bisher landen die Hubschrauber am bestehenden Bodenlandeplatz des Luftrettungszentrums auf der westlichen Seite des Campus. Dort werden die Patienten in einen Rettungswagen umgelagert und entlang der Marchioninistraße an ihren Zielort gefahren. Im Notfall ist dies der 2015 in Betrieb gegangene Schockraum des OPZ. Für die Notfallpatienten sei diese Umlagerung „eine kritische Situation“, weswegen es eines nahen Hubschrauberlandeplatzes bedürfe.

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Der Bezirksausschuss zeigt zwar Verständnis für die Sorge der Anwohner, sieht sich aber nicht in der Lage einzugreifen. „Wir sind nicht die richtige Adresse“, versuchte Anke Wittmann (parteifrei) die aufgebrachte Menge zu beruhigen - was deutlich nach hinten losging. Das Gremium wurde daran erinnert, dass es Sprachrohr der Bürgerschaft sei. Hinzu kommt allerdings, dass sich die Stadtteilpolitiker außerstande sehen, den Antrag zu beurteilen. „Haben wir denn jemals die versprochenen Infos bekommen?“, brachte es Renate Unterberg (Grüne) auf den Punkt. Die Antwort: Nein.

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Lokalpolitiker fordern Fristverlängerung un Infoveranstaltung

Der einstimmige Entschluss des Bezirksausschusses lautet daher: „Wir können keine Stellungnahme abgeben, da die zugesagten Infos nicht geliefert wurden.“ Die Lokalpolitiker fordern daher eine Fristverlängerung im Anhörungsverfahren sowie eine zeitnahe Infoveranstaltung. „Die hätte es schon längst geben müssen“, kritisierte Peter Winklmeier (CSU) erbost.

Den Anwohnern, das machten die Politiker ebenfalls deutlich, wird diese Entscheidung des Bezirksausschusses aber nicht viel nützen. „Für Sie gilt die Fristverlängerung nicht“, bremste der BA-Vorsitzende Johann Stadler (CSU) alle Erwartungen. Für die Betroffenen ein wenig befriedigendes Ergebnis. Einziger Hoffnungsschimmer: Man will nun gemeinsam gegen die Pläne vorgehen. Dazu soll an diesem Wochenende eine neue Internetseite freigeschaltet werden: www.keine-neue-flugschneise.de.

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Margot Deny

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