Dieter Reiter (l.o.) zieht eine positive Bilanz der IAA zwischen Demos mit viel Polizei (hier: Hackerbrücke, mittig) und Politprominenz (r.o.).
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Dieter Reiter (l.o.) zieht eine positive Bilanz der IAA zwischen Demos mit viel Polizei (hier: Hackerbrücke, mittig) und Politprominenz (r.o.).

OB Reiter zieht positive IAA-Bilanz

Aktivisten ziehen auch gutes Fazit: Scharfe Polizeimaßnahmen werden kritisiert

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Die erste IAA Münchens geht am Sonntag zu Ende. Sowohl Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), als auch die Anti-IAA-Aktivisten auf der Theresienwiese ziehen Bilanz.

München - Die erste IAA in der bayerischen Landeshauptstadt* geht zu Ende. In Erinnerung wird den Münchnern das beispiellose Verkehrschaos bleiben, die Demonstrationen, die Polizeieinsätze auf der einen, ein bisschen internationalen Glanz mit viel Politprominenz auf der anderen Seite. Am Sonntag ziehen bereits sowohl Dieter Reiter als auch die Anti-IAA-Aktivisten eine erste Bilanz. Dabei gibt es eine überraschende Gemeinsamkeit: Beide Seiten sind sehr zufrieden mit sich.

IAA in München: Reiter zieht positive Bilanz

„Die IAA Mobility in unsere Stadt zu holen war richtig“, stellt Reiter fest. „Nicht nur für die Besucherinnen und Besucher, sondern auch für unseren Handel, unsere Hotels und Gastronomie und für die vielen Angestellten, die wieder Arbeit finden konnten.“ Der Münchner OB kann in der IAA durchaus einen Wandel erkennen. „Der Anfang der Transformation, von einer reinen Automesse zur Mobilitätsmesse, ist aus meiner Sicht gelungen.“

Auch die spektakulär gebauten Open Spaces der Automobilkonzerne in der Münchner Innenstadt, die ebenso spektakulär am Freitag von Anti-IAA-Aktivisten blockiert worden sind,* findet Reiter grundsätzlich ebenfalls gut. Dennoch: „Wie gelungen die einzelne Platzgestaltung am Ende war und wie sie von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen wurde, werden wir uns in der Nachbetrachtung genau ansehen und diskutieren.“

IAA-Bilanz aus München: OB Reiter bedankt sich bei Polizei und Demonstranten

Schließlich bedankt sich Reiter auch bei den Demonstranten für den weitgehend friedlichen Ablauf der genehmigten Proteste. Genauso bei der Polizei für „ihren sicher nicht leichten Einsatz“. Letzterer wird von den verschiedenen Aktionsbündnissen rund um das IAA-Protestcamp auf der Theresienwiese scharf kritisiert. Von Verletzten ist da die Rede und unangemessener Gewalt. Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag und Demo-Beobachter, Florian Siekmann, kritisierte die Maßnahmen der Polizei als „völlig überzogen“.

IAA-Proteste: Auch Aktivisten zufrieden mit ihren Aktionen

Die Aktivisten selbst zeigen sich trotzdem ganz zufrieden ob ihrer erfolgreichen Protestaktionen am Freitag und am Samstag. Besonders über die stundenlange Blockade des Open Space von Mercedes am Odeonsplatz sowie die Blitzbesetzung des Bosch-Werks in Berg am Laim feiern die Aktivistinnen und Aktivisten. Genauso aber die genehmigten Protestaktionen. Es gab mehrere Demonstrationszüge von der Theresienwiese in die Innenstadt und zurück. Am Samstag organisierten Aktivisten eine Radsternfahrt über mehrere Autobahnen nach München. Alle Ereignisse, Demos und Protestaktionen von Freitag* und Samstag* finden Sie in unseren beiden News-Tickern zum Nachlesen.

Das Bündnis „Smash IAA“ schreibt in einer aktuellen Pressemitteilung: „Mit einem historisch großen Aufgebot haben sie versucht, die Messe und die Kapitalist:innenpropaganda zu schützen. Dennoch gelang es uns und anderen Gruppen die Show der IAA zu vermiesen, den reibungslosen Ablauf mit verschiedenen Aktionen zu stören und sich der Allmächtigkeit des Polizeistaates zu widersetzen.“ *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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