Auf Papierschnipsel gebettet waren diese zwei Hundewelpen in eine Transportbox gequetscht worden.
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Auf Papierschnipsel gebettet waren diese zwei Hundewelpen in eine Transportbox gequetscht worden.

Bereits 500 Hunde gerettet

Illegaler Welpen-Handel in München: Tierschützerin (27) befreit Bulldoggen aus schlechter Haltung

  • VonAndrea Stinglwagner
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Die Hundewelpen wissen nicht, welch skrupelloses Geschäft mit ihnen gemacht werden sollte und was Tierretterin Melanie Schmidt für sie getan hat.

München - Im Internet, auf „quoka.de“, hatte Melanie Schmidt (27) mehrere Anzeigen entdeckt, in denen Französische Bulldoggen für 2200 Euro pro Tier verkauft werden sollten. Die junge Frau vereinbart daraufhin einen Treffpunkt mit dem Händler an der Nußbaumstraße in München* und gibt sich als Käuferin aus. Die Polizei ist informiert – sie wartet im Hintergrund in Zivil.

München: Bulldoggen-Welpen-Verkauf aus dem Auto heraus

„Um 13 Uhr fuhr der Händler vor, ein Ungar, der nur Ungarisch sprach, und eine Frau aus der Nähe von Landshut, die als Dolmetscherin dabei war“, erzählt Melanie Schmidt. In einer viel zu kleinen Transportbox im Auto: zwei Welpen, auf Papierschnipsel gebettet. Und es sind nicht nur die beiden Tiere: Die Frau erzählt, dass sie zu Hause noch zwei Bulldoggen-Welpen hätte. „Ware“ im Wert von 8800 Euro.

In guten Händen: Tierretterin Melanie Schmidt (27) aus München hat den Handel mit den Französischen Bulldoggen verhindert. Den Tieren geht es gut.

Nun kommt die Polizei* dazu, ein Streifenwagen fährt vor. Melanie Schmidt: „Die Beamten stellten die Welpen sicher, und die zwei Händler mussten auf die Polizeistation mitkommen.“ Es stellt sich heraus: Die Welpen sind erst 14 Wochen alt – zu jung, um legal nach Deutschland gebracht werden zu dürfen und ohne Tollwut-Schutzimpfung. Das Alter der Tiere hatten die Händler im EU-Heimtierpass gefälscht. „Ganz stümperhaft mit Tipp-Ex.“ Der Ungar und seine Dolmetscherin reden sich raus: Er sei nur der Überbringer gewesen und habe nur 300 Euro vom Züchter in Ungarn erhalten. Sie hätte nur eine kleine Provision bekommen, wenn alle Welpen verkauft sind.

München: Tierschützerin Melanie Schmidt hat schon 500 Hunde gerettet

Melanie Schmidt hat Anzeige erstattet, es geht um Dokumentenfälschung und versuchten Betrug, zudem um Ordnungswidrigkeiten unter anderem wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Seit sechs Jahren kämpft Melanie Schmidt für den Tierschutz, hat nach eigenen Angaben schon 500 Hunde gerettet. Erst im Dezember konnte sie drei Pekinesen-Welpen aus der Hand illegaler Händler befreien. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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