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Das Baufeld vor dem Heizkraftwerk ist vorbereitet: Ab März soll hier etwa zwei Jahre lang gebohrt werden.

Geothermieanlage soll 2020 in Betrieb gehen

Im März gehen die Thermal-Bohrungen in Sendling los

Ab März wird in Sendling nach Thermalwasser gebohrt. Ziel ist es, 80 000 Münchner Haushalte so mit Wärme zu versorgen. Die neue Geothermieanlage soll 2020 in Betrieb gehen.

Die Anwohner müssen sich mit verkehrlichen Einschränkungen arrangieren. Auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd (HKW) an der Schäftlarnstraße errichten die Stadtwerke München (SWM) derzeit eine neue Geothermieanlage. Die aus dem Thermalwasser gewonnene Energie soll die Innenstadt mit Fernwärme versorgen. Im März wollen die SWM nun mit den Bohrungen für den unterirdischen Wärmespeicher beginnen.

Über den aktuellen Stand des Projekts berichtete Severin Klinger von den SWM gemeinsam mit Projektleiter Michael Meinecke dem Bezirksausschuss. Die alten Öltanks, die für den Kraftwerksbetrieb nicht mehr benötigt werden, sind bereits im vergangenen Jahr abgebaut worden. Im Rahmen von Vorbohrungen wurde ein Standrohr mit einer Tiefe von 60 Metern verlegt. Davon ausgehend sollen in Kürze die Bohrer bis zu 3000 Meter in die Tiefe gehen. Nacheinander werden mit einer großen Bohranlage sechs teleskopartige Löcher gebohrt und die dazugehörigen Rohre verlegt. Gearbeitet werde laut Klinger 24 Stunden an sieben Tagen die Woche. Die Bohrarbeiten sollen etwa zwei Jahre dauern.

80 000 Münchner Haushalte sollen mit Ökowärme versorgt werden

Der Griff in die Tiefe soll große Wirkung haben: Die neue Geothermieanlage auf dem HKW-Gelände gegenüber der Einfahrt zur Großmarkthalle soll etwa 80 000 Münchner Haushalte mit Ökowärme versorgen. Wie Klinger erläuterte, sei der Flächenverbrauch gemessen daran klein: „Es werden nur sechs Rohre herausschauen.“ Genauer gesagt: drei Sauger und drei Pumpen. „Wir zirkulieren damit das Wasser, das im Erdreich ist.“ Aus drei Rohren soll das Wasser mit einer Temperatur von geschätzt 100 Grad Celsius an die Oberfläche gepumpt werden. Anschließend werde das abgekühlte Wasser durch die Injektionsbohrungen wieder in die Tiefe zurückgeführt.

Ganz ohne Einschränkungen für die Anwohner wird das Bohrprojekt aber nicht bleiben – auch für die Verkehrsführung: Die zwei Fahradwege, die an dem HKW-Gelände vorbeiführen, müssen für die gesamte Dauer der Bohrarbeiten gesperrt werden. Zudem soll tageweise, während der Bohrturm aufgebaut oder an eine andere Bohrstelle versetzt wird, eine Fahrbahn in der Schäftlarnstraße abgeriegelt werden.

Es wird sich auch um ein intensives Lärmschutzkonzept bemüht

Um die Belastung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, bemühten sich die Stadtwerke um ein „intensives Lärmschutzkonzept“, sagte Meinecke. Bestandteile des Konzepts: Lärmschutzwände, Einhausungen von Lärmquellen, lärmreduzierte Bohrantriebe, eine gute Baustellenlogistik. Heißt: Lärmintensive Liefer- und Abladevorgänge sollen in die reguläre Tagarbeitszeit verschoben werden. Fakt ist aber auch, dass 3000 Meter tiefe Bohrungen ins Erdreich Lärm verursachen werden. Anwohner müssen sich in den kommenden zwei Jahren auf diese Einschränkungen einstellen. Nach aktuellem Zeitplan soll die neue Geothermieanlage 2020 in Betrieb gehen.

Christina Seipel

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Sendling – mein Viertel“.


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