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In diesem Viertel frisst die Miete den Großteil des Einkommens auf

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Von: Tobias Scharnagl

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Teures Pflaster: In München schießen die Mietpreise durch die Decke.
Teures Pflaster: In München schießen die Mietpreise durch die Decke. © picture alliance / dpa

Die Au ist Münchens gefräßigstes Viertel. Jedem seiner Haushalte knabbert es im Monat satte 41 Prozent des Einkommens weg. Hat einer 2000 Euro netto, sind 820 Euro futsch - allein für die Miete!

Die Zahlen hat das Portal Immobilienscout24 errechnet. Sie zeigen, wo die Münchner - im Durchschnitt - am meisten fürs Wohnen hinblättern: In der Tabelle unten steht’s! Interessant ist, dass die Liste des sogenannten Wohnkostenanteils nicht von den üblichen Verdächtigen angeführt wird. Lehel und Altstadt - mit die teuersten Viertel - rangieren auf den Plätzen sechs und sieben. Nymphenburg auf 24, Bogenhausen abgeschlagen auf 26. Kein Wunder: Wohnen ist teuer hier, die Menschen verdienen aber auch mehr. Der Durchschnittsmünchner gibt 30,5 Prozent seines Haushaltsnettoeinkommens für Wohnen aus. „München ist und bleibt die teuerste Stadt zum Wohnen in Deutschland“, sagt Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei Immobilien-Scout24. Wohnungen in den Toplagen seien für den Durchschnittsverdiener „praktisch unbezahlbar“. Und: „Eine Besserung der Wohnungssituation ist derzeit nicht in Sicht.“ Dafür werde einfach zu wenig gebaut. Zukunftsaussicht? Es wird noch teurer. Auweh!

Au: Großer Brocken für die Miete

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Kadime Semiz (48), Reinigungskraft: „Ich lebe mit meinem Mann und den zwei Kindern in einer 75-Quadratmeter-Wohnung. Wir sind da seit etwa 15 Jahren und zahlen im Monat rund 940 Euro Miete. Wenn man das mit den anderen Mietpreisen hier vergleicht, geht es uns zwar noch vergleichsweise gut. Aber vom Gehalt meines Mannes gehen schon jetzt etwa 40 Prozent allein für die Mietkosten drauf.“

Schwabing: Es wird immer schlimmer!

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Marvin Kumpf (25), Verkäufer aus Schwabing: „Ich wohne in einer Genossenschaftswohnung und kann deshalb sagen, dass ich echt Glück habe. Sonst würde die Sache nämlich schon mal ganz anders aussehen. Jetzt gerade zahle ich für meine 50 Quadratmeter 650 Euro. Das ist bisschen mehr als ein Viertel von dem, was ich monatlich verdiene. Wenn ich mich aber bei meinen Freunden so umschaue, sieht man, dass es noch schlimmer geht - die müssen für ihre Wohnungen schon deutlich mehr zahlen.“

Lehel: Riesige Unterschiede 

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Maria Fischer (35), Rechtsanwältin: „In den sechs Jahren, in denen ich hier schon wohne, hat sich der Mietpreis Gott sei Dank noch nie geändert - wir zahlen seit jeher einen sehr fairen Preis für unsere 150 Quadratmeter. Für die -Mietkosten geht -ungefähr ein gutes Viertel des Monatsgehalts drauf. Wenn man sich so umhört, dann geht’s uns wirklich noch gut, denn ich habe -gehört, dass einige der -Nachbarn ungefähr den -doppelten Preis bezahlen. Die Preise hier in der Gegend sind wirklich unverschämt hoch.“

Glockenbach: Zahle viel zu viel! 

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Max Beggel (28), Werkstudent aus dem Glockenbachviertel: „Ich lebe seit fünf Jahren hier in München - und es ist echt teuer. Momentan wohne ich in einer 1-Zimmer-Wohnung, die 45 Quadratmeter groß ist. Dafür zahle ich 675 Euro - bei mir als Werkstudent ist das die Hälfte vom Einkommen. Im Vergleich mag das vielleicht wenig sein, aber trotzdem viel zu viel für eine so kleine Wohnung. Max Beggel (28), Werkstudent aus dem Glockenbachviertel.“

So viel Einkommen fressen die Wohnkosten

StadtteilWohnkostenanteil am Haushaltseinkommen (2016) in ProzentMiete (2016) in Euro pro QuadratmeterKaufpreis (2016) in Euro pro QuadratmeterHaushaltseinkommen 2015 in Euro
Au41,016,15658042.444
Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt40,816,43668142.930
Maxvorstadt40,616,28682342.941
Haidhausen39,416,28625043.800
Schwabing-West39,116,69691646.382
Lehel38,217,39742849.622
Altstadt37,916,57447842.841
Thalkirchen37,615,43589444.299
Schwanthalerhöhe37,115,19571942.598
Schwabing36,017,10643550.665
Neuhausen35,115,31609547.233
Sendling34,914,57552544.423
Untergiesing33,314,82530347.663
Milbertshofen33,114,79516247.355
Laim32,814,47494046.489
Obergiesing32,714,28489045.323
Ramersdorf31,714,04471246.192
Obersendling30,814,00500149.081
Sendling-Westpark30,313,81495048.761
Berg am Laim30,013,56465647.656
Harlaching29,415,34581362.796
Moosach29,314,10466951.012
Nymphenburg29,315,27600956.989
Pasing29,113,95495752.938
Bogenhausen29,014,65516055.698
Am Hart28,714,03487551.644
Freimann27,514,18469954.888
Solln27,114,32534361.326
Forstenried26,613,64490958.197
Hadern26,313,79512058.412
Perlach25,712,98455755.562
Obermenzing25,214,09505163.854
Fürstenried25,113,23456357.160
Trudering24,713,44477162.468
Untermenzing24,413,33465862.253
Feldmoching24,413,55437960.292
Aubing24,212,66429657.683
Allach24,112,63480361.227
Hasenbergl23,312,85397656.657
Lochhausen21,612,43428667.149
Riem19,913,00447268.063
München (Durchschnitt)30,514,37516850.906

Die von ImmobilienScout24 ausgewerteten Immobilienmarktdaten stammen aus 2016. Das Verhältnis von Kaufkraft und den anteiligen Wohnkosten bezieht sich auf eine Referenzwohnung, die drei Zimmer hat, 80 Quadratmeter groß und 30 Jahre alt ist, die über Einbauküche, Balkon und Keller verfügt sowie eine mittlere Ausstattungsqualität und einen mittleren Objektzustand hat.

jk, kw, tos

Lesen Sie auch: „Immobilien-Boom“: Mieten steigen immer weiter.

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