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Einzelhandel kritisiert Stammstrecken-Sperrung: „Infrastruktur über Jahrzehnte vernachlässigt“

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Von: Sascha Karowski

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Wolfgang Fischer Der Händlersprecher greift die Bahn an. © Schlaf

Der Verband der Münchner Innenstadthändler, City Partner, kritisiert die geplante Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke an allen Wochenenden im August und verlangt als Ausgleich, dass alle Fahrgäste den Schienenersatzverkehr in die Innenstadt und wieder zurück kostenfrei nutzen dürfen.

City Partner-Geschäftsführer Wolfgang Fischer sagte am Montag: „Alle reden von der Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs, aber die Unternehmen haben inzwischen den Eindruck, dass über Jahrzehnte die Infrastruktur wohl völlig vernachlässigt wurde.“ Fischer spricht von unablässigen Problemen wie Zugausfällen, völlig überfüllten Zügen wegen zu geringer Taktung über Pendelverkehre wegen Baustellen bis zu den massiven Sperrungen an wichtigen Wochenenden.

Die Deutsche Bahn will in den Sommerferien die Tunnelstationen der Münchner S-Bahn modernisieren. Daher gibt es an allen August-Wochenenden einen Schienenersatzverkehr für die Stammstrecke. Gesperrt ist jeweils von Freitagabend, 22.30 Uhr, bis Montagfrüh, 4.30 Uhr. „Ausbaden müssen dies nun die Fahrgäste und die Münchner Innenstadt, denn die Erreichbarkeit ist einer der existenziellen Standortfaktoren für jedes Unternehmen“, sagt Fischer.

Bereits im vergangenen Jahr hätten solche Stammstreckensperrungen Probleme verursacht. „Gerade für Handel und Gastronomie ist der Samstag mit weitem Abstand der wichtigste Tag in der Woche. Zudem weitet sich das Einzugsgebiet Münchens am Samstag über die gesamte Metropolregion aus. Und gerade hier ist die S-Bahn mit das wichtigste Verkehrsmittel.“

Die Sperrungen träfen nicht nur Unternehmen, Besucher und Kunden. „Auch für tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuten diese Sperrungen eine erhebliche Belastung auf ihrem Weg zur Arbeit und abends wieder nach Hause.“  

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