Auf dem Weg in den Gerichtssaal: Johann J. (l.) soll Dating-Partner betrogen haben.
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Auf dem Weg in den Gerichtssaal: Johann J. (l.) soll Dating-Partner betrogen haben.

Auch als Transgender-Frau bekannt

Im Dirndl - Mann gibt sich als Frau aus und prellt  Dating-Partner um Millionensumme

  • Andreas Thieme
    VonAndreas Thieme
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Fesches Dirndl, braune lange Haare und eine gute Figur: Ein Mann gab sich als Frau aus und betrog seine Dating-Partner um eine Millionensumme.

München - Fesches Dirndl, braune lange Haare und eine gute Figur: Diese Frau hatte beim Flirten beste Chancen. Doch was ihre Verehrer nicht wussten: Dahinter steckte tatsächlich ein Mann - ein fieser Betrüger. Seit Montag wird Johann J. (55) am Landgericht der Prozess gemacht. Denn der Kaufmann hatte seine Dating-Partner eiskalt ausgenutzt, um ihnen Geld abzunehmen. Laut Anklage rund 2,8 Millionen Euro!

Besonders die Münchner Akademie für Bildende Künste war betroffen. Gleich mehreren Künstlern drehte Johann J. sogenannte Vermögensverwaltungsverträge an - doch deren Geld steckte er in die eigene Tasche. „Ich räume alle Vorwürfe ein und bin in allen Anklagepunkten voll schuldig“, erklärte Johann J. zum Prozessauftakt.

Angeklagter verkehrte als Transgender-Frau in Künstlerkreisen

Unter dem Namen Stefanie Schneider verkehrte er als Transgender-Frau in den Künstlerkreisen - und war laut Anklage stets mit einem Dirndl aus seiner umfangreichen Sammlung bekleidet. Vor Gericht zeigt sich nun die nackte Wahrheit: Blass und ausgemergelt sitzt Johann J. auf der Anklagebank.

Zwei Firmen hatte er in den Sand gesetzt, danach ging ihm das Geld aus. „Mit dem Fremdkapital habe ich meinen aufwändigen Lebensstil finanziert“, so der Kaufmann, der wegen 50-fachen Betrugs angeklagt ist. Laut Staatsanwaltschaft fuhr er Porsche, Mercedes und BMW. Seine Bekannten lud er gerne nach Grünwald ein, wo er eine Villa gemietet hatte - angeblich seine „Repräsentanz“.

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Wegen Vermögensdelikten bereits jahrelang hinter Gitter

Geldnot ließ ihn zum Betrüger werden! Laut Anklage warb Johann J. zwischen Februar 2013 und Mai 2017 auch in seinem Bekanntenkreis gezielt um Anleger - und präsentierte sich als erfolgreicher Börsenhändler. Was sie nicht wussten: Mehr als zehn Jahre lang saß Johann J. schon wegen Vermögensdelikten hinter Gitter.

Im Knast machte er eine Therapie - und wurde doch wieder straffällig. „Viel geholfen hat das nicht“, sagte Richterin Cornelia Röthlein. Johann J. drohen nun erneut mehrere Jahre Haft.

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Andreas Thieme

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