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Kommentar zu Olympia: Klarheit ist wertvoll

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Die Bürger haben abgestimmt - der Traum von Olympia 2022 ist geplatzt. © dpa

Ein großes Feuer der Begeisterung wollte der Gedanke an Olympia 2022 bei den Menschen in München und Garmisch-Partenkirchen sowie in den Kreisen Traunstein und Berchtesgadener Land nicht entfachen.

Im Gegenteil, sie fürchteten offenkundig einen Flächenbrand, wenn das Internationale Olympische Komitee mit den Winterspielen nach Bayern gezogen wäre. Das Ergebnis der Bürgerentscheide ist jedenfalls vernichtend: Nein zu Olympia in allen vier Kommunen. Wenn damit auch eine große Chance für die Zukunft vertan ist, die Klarheit ist wertvoll: Damit ist allen weiteren Diskussionen ein Riegel vorgeschoben – gewiss für Jahrzehnte.

Dass wir in unserem Land Großereignisse wie die Winterspiele herausragend organisieren könnten, daran besteht kein Zweifel. Aber warum Deutschland die Spiele hätte bekommen sollen oder gebraucht hätte, das haben die unermesslich vielen Unterstützer der Idee aus Sport, Politik und Wirtschaft vor den Bürgerentscheiden nicht klar machen können. Statt dessen entzündeten sich mit Kritikern Diskussionen um Themen wie das Geschäftsgebaren und die Verträge des IOC. Die Emotionen, auf die sich die Menschen bei einem Wintermärchen freuen sollten, konnte das breite Bündnis kaum vermitteln. Die Euphorie fehlte, Visionen blieben allzu bodenständig und brüchig: Hier eine Nachnutzung von Sportstätten, dort ein Ausbau von Verkehrswegen. Das ist zu wenig. Und manchmal wirkten die Versprechungen der Politik auf die Bürger wie Erpressungsversuche: Ja zu Olympia, oder auf absehbare Zeiten keine Wohnungen, Straßen...

Emotionen zu wecken, das gelang eher den Gegnern, die in ihrer Rolle als armer David gegen den mit Geld nur so prassenden Goliath Ängste schürten: mit dem Gigantismus des IOC in der Schweiz oder den Prophezeiungen von Mietpreis-Explosionen in den Bewerber-Orten. Dagegen zündeten auch die neuen Planungen und Konzepte nicht, mit denen die Kommunen antreten wollten. So bleibt das Olympische Feuer Jahrzehnte nach München 1972 erloschen.

Matthias Holzapfel

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