Stadtratswahl in München

Wählerwanderung: LMU-Analyse erklärt den Stimmenzuwachs der Grünen bei der Kommunalwahl

  • Klaus Vick
    vonKlaus Vick
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Die Grünen haben bei der Kommunalwahl 2020 in München kräftig im Teich der Nichtwähler von 2014 gefischt. Das ergab nun eine Wählerwanderungsanalyse der LMU.

  • Die Grünen wurden bei der Stadtratswahl* in München stärkste Kraft
  • Dabei haben sie kräftig im Teich der Nichtwähler von 2014 gefischt
  • Das ergab eine Wählerwanderungsanalyse der LMU

München - Die Grünen haben kräftig im Teich der Nichtwähler von 2014 gefischt. Das ist ein wesentliches Ergebnis einer Analyse der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Amt der Stadt. 

Demnach ist ein Großteil des Stimmenzuwachses der Grünen auf Bürger zurückzuführen, die vor sechs Jahren nicht gewählt haben. In der Wählerwanderungsanalyse ist von 58.400 Stimmen die Rede. Die Grünen wurden bei der Stadtratswahl in München stärkste Kraft mit 29,1 Prozent.

Kommunalwahl 2020: Grünen mit Stimmenzuwachs - LMU-Analyse deckt die Gründe auf

Für die Studie wurde allerdings das vorläufige Ergebnis der Stadtratswahl vom Sonntag herangezogen. Das heißt: Es wurden ausschließlich Stimmzettel berücksichtigt, die entweder unverändert abgegeben oder in denen nur innerhalb einer Liste Stimmen vergeben wurden. In dieser Systematik hat die CSU laut der Wählerwanderungsanalyse 13 000 Stimmen verloren, davon 6800 an die AfD. Die CSU kam nur noch auf 24,7 Prozent, was einem Minus von 7,8 Prozent entspricht.

Der Verlust der SPD – sie stürzte von 30,8 auf 22,0 Prozent ab – ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass 31 000 Sympathisanten der Partei nicht mehr zur Wahl gegangen sind. Die FDP konnte in absoluten Zahlen zwar Stimmengewinne aus allen Richtungen verbuchen. Weil aber auch die Wahlbeteiligung wesentlich höher war als 2014, schlug sich dies auf das Gesamtergebnis der Liberalen nicht nieder. 

Kommunalwahl 2020: 

Die FDP verharrte bei 3,5 Prozent. Ein Phänomen, das auch auf die AfD zutrifft. Denn trotz vieler ehemaliger CSU-Stimmen konnte sie ihr Ergebnis nur von 2,5 auf 3,9 Prozent verbessern. Die ÖDP steigerte sich von 2,6 auf 4,0 Prozent. Sie profitierte vor allem von Nichtwählern und Bürgern, die 2014 bei den Grünen ihr Kreuzchen gemacht hatten. Aber auch CSU-Wähler liefen zur ÖDP über.

Ein Grund für den Erfolg der Grünen ist laut der Analyse auch die Treue der Wähler. 70 Prozent der Grünen-Wähler von 2014 haben auch dieses Mal wieder ihr Kreuzchen bei der Öko-Partei gemacht. Bei der CSU waren es 62,2 Prozent, bei der SPD gar nur 55 Prozent. 

Klaus Vick

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Rubriklistenbild: © dpa / Matthias Balk

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