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Zukunftsvisionen: Wo heute hinterm Ostbahnhof noch gefeiert wird, entsteht das „Werksviertel“.

Das Ende fürs Fetenviertel

Ausgefeiert: Kultfabrik schließt Ende des Jahres

München - Ende des Jahres ist Schluss in der Kultfabrik. Das Amüsierviertel macht Platz für das „Werksviertel“ genannte Wohngebiet am Ostbahnhof. Die Optimolwerke, der andere Teil des ehemaligen „Kunstpark Ost“, will ein Jahr länger weitermachen.

Mit einem großen Knall will sich das Fetenviertel hinter dem Ostbahnhof in der Silvesternacht 2015/16 verabschieden. Das hat der Betreiber, die Otec GmbH, mitgeteilt. Danach soll aus dem Areal das neue Werksviertel werden, das mit einem für München neuen Konzept für Wohnen, Leben, Arbeiten, Entertainment, Kunst, Gastronomie und Nightlife aufwartet. Drei Stunden nach dem Jahreswechsel soll eine spektakuläre Pyro-Show den endgültigen Schlusspunkt unter die Zwischennutzung des ehemaligen Pfanni-Werksgeländes setzen.

Doch bevor das letzte Hurra ertönt, wollen die Club- und Barbetreiber es auf dem Gelände nochmal richtig krachen lassen. In den kommenden Wochen wird es zahlreiche Veranstaltungen geben. „Bis zum 1. Januar müssen die Clubs und Bars leergetrunken und ordentlich heruntergefeiert werden“, sagt Otec-Pressesprecher Markus Wiegand. Auf dem Programm stehen Partys, Konzerte oder Performances. Pop up-Clubs, die im Zuge der bereits stattfindenden baulichen Veränderung des Geländes entstehen, sorgen musikalisch bis zuletzt für frischen Wind. Im Januar wird das Gelände endgültig geräumt. Drei Monate danach, im April 2016, soll mit der Eröffnung des „Werk 3“ der erste große Schritt zur Neu-Nutzung des Viertels erfolgen.

In fast zwei Jahren wurde das ehemalige Industriegebäude aufwändig modernisiert und erweitert. Mit Loft- und Galerie-Büros, Künstlerateliers samt Ausstellungshalle und Flagship-Stores, dazu Restaurant und Nightlife-Angeboten soll es künftig als Herzstück des neuen Werksviertels fungieren.

Auch wenn es keine neue Kultfabrik geben wird – die Nachtschwärmer werden hier weiterhin auf ihre Kosten kommen. So soll direkt neben dem Werk 3 ein zentraler Platz entstehen, um den sich neben Einzelhandelsflächen und Büros auch Clubs, Bars, Cafés und Restaurants sowie Konzerthallen platzieren. Zudem sollen hier Open-Air-Events für bis zu 5000 Besucher möglich sein. Auch bestehende Örtlichkeiten wie die Tonhalle, das Technikum oder die Nachtkantine mit bis zu 25 000 Besuchern im Monat sollen ins neue Viertelkonzept integriert werden. Denn in den kommenden Jahren sollen weitere Werke sowie Neubauten folgen, mit denen Otec-Besitzer Werner Eckart Kreativität, Gastronomie, Unterhaltung und Tourismus miteinander verzahnen möchte.

Das Ende der Kultfabrik kommt nicht von ungefähr. Die Stadt hatte sich 2011 mit den Eigentümern Eckart (Kultfabrik) und der Familie Maltz (Optimolwerke) sowie den Partyareal-Betreibern auf eine Verlängerung bis maximal 11. Januar 2016 geeinigt. Während aber die Kultfabrik freiwillig aufhört, scheint der andere Bereich des ehemaligen Kunstparks Ost nicht daran zu denken. „Wir machen ganz normal weiter bis Ende 2016“, so Optimolwerke-Betreiber Mathias Scheffel auf Merkur-Anfrage. Bis dahin laufe sein Pachtvertrag mit dem Eigentümer noch. Was darüber hinaus passiere, wisse er nicht. Auf das Ende des Nachbarn Kultfabrik werde er nicht eigens reagieren. „Wir machen unser Ding.“

Berg-am-Laims Bezirksausschuss-Chef Robert Kulzer (SPD) betont allerdings, der Pachtvertrag und das Ultimatum der Stadt hätten nichts miteinander zu tun. Sein Gremium werde einer weiteren Verlängerung auf gar keinen Fall zustimmen. Derzeit kläre man das weitere Vorgehen gerade mit Planungsreferat und Lokalbaukommission ab.

Carmen Ick-Dietl

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