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Großbaustelle: Mehr als einen Kilometer lang wird die Gotthardstraße ab dem U-Bahnhof Laimer Platz nach Westen aufgegraben.

U-Bahn wird ausgebaut

Turbulente Zeiten für die Anwohner: Laim wird zur Großbaustelle

Bei einer Sondersitzung des Bezirksausschusses Laim hat das Baureferat seine Pläne für die Verlängerung der U5 bis nach Pasing vorstellt. Dabei kommen besonders auf die Anwohner der Gotthardstraße turbulente Zeiten zu.

München - Laimer Bürger können sich in den nächsten Jahren auf einiges einstellen: Neben den umfangreichen Bauarbeiten am S-Bahnhofs Laim für die zweite Stammstrecke wird auch die Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 den Bezirk stark in Anspruch nehmen. Am fernen Ende der Arbeiten wird die Linie bis nach Pasing fahren. Auf die bisherige Endhaltestelle Laimer Platz sollen dann die Stationen „Willibaldstraße“, „Am Knie“ und eben „Pasing“ folgen. In drei Jahren, 2021, sollen im optimalen Fall die Bauarbeiten für das Projekt starten.

Besonders die Gotthardstraße wird dabei eine große Rolle spielen, kündigte Frank Frischeisen vom Baureferat in einer Sondersitzung des Bezirksausschusses Laim nun an. „Die neue Röhre soll vom Laimer Platz bis kurz vor der Fischer-von-Erlach-Straße entlang der Gotthardstraße in offener Bauweise gebaut werden.“ Die Straße muss also aufgerissen werden, da „die bergmännische Bauweise, also unterirdisch, nur bei einer bestimmten Überdeckelung funktioniert“, so Frischeisen.

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Straße muss auf mehr als einem Kilometer aufgerissen werden 

Die Baupläne sehen vor, die Gotthardstraße auf einer Länge von über einem Kilometer aufzugraben, damit so genannte Schlitzwände für den neuen Tunnel eingebaut werden können. Die Maßnahme soll nach bisherigen Prognosen etwa drei Jahre lang dauern. Für zusätzlichen Unmut sorgt bei den Laimern, dass dafür auch knapp 700 Bäume gefällt werden müssen. Das Baureferat sieht vor, eine ähnliche Anzahl zu gegebener Zeit wieder nachzupflanzen.

Während der Bauzeit soll der Verkehr auf der Gotthardstraße einspurig verlaufen, die ersten Monate wird er auf die Südseite verlegt, während auf der Nordseite Radl- und Fußgängerweg verlaufen sollen. Für die Laimer Bürger ist auch das Thema der Baustelleneinrichtungsflächen von großer Bedeutung. Besonders die Ankündigung, die Anlage des SV Laim als Lagerfläche zu nutzen, lässt die Alarmglocken schrillen, wie eine Anwohnerin und Mitglied des SV Laim es bei der Sitzung formulierte. „Die Sportanlage ist der einzige Fußballplatz im Bezirk, den brauchen wir.“

In unserem News-Ticker halten wir Sie über alle Entwicklungen rund um die Münchner Bahnen auf dem Laufenden.

SV-Vorstand bleibt entspannt: „Stört Betrieb auf Anlage nicht“

Das Baureferat hat bei der Sitzung keine befriedigende Antwort auf die Frage geben, in welchem Umfang die Anlage beansprucht werden soll. Auf Nachfrage unserer Zeitung bei Gerhard Meier, Vorstand des SV Laim, reagierte dieser noch relativ entspannt: „Von diesem Vorhaben weiß ich noch nichts Konkretes. Nur, dass gegebenenfalls ein kleiner Teil genutzt werden soll, was aber nicht den Betrieb auf der Anlage stören wird.“

Zu dem Zeitpunkt, als vor 30 Jahren der U-Bahnhof Laimer Platz eröffnet wurde, waren die Pläne für eine Verlängerung bereits vorhanden. Jetzt soll das Projekt also starten. Für die Laimer ist dabei das Wichtigste, so wenig wie möglich beeinträchtigt zu werden. Um Schall und Erschütterung zu vermeiden, verwies Ralf Wulf vom Baureferat auf so genannte Masse-Feder-Systeme, die alle Erschütterungen so gering wie möglich halten sollen. Ab dem voraussichtlichen Start der Bauarbeiten 2021 kann mit „sechs bis acht Jahren“ Bauzeit gerechnet werden, sagte ein Mitarbeiter des Baureferats bei der Sondersitzung.

Informationen für alle Anwohner gibt es laut Stadt ab dem 9. April online unter www.muenchen.de/auslegung.

Lucas Sauter Orengo

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