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Mitten im Wohngebiet fanden die Kundgebungen statt. Der Gegenprotest blieb nicht aus.

Drei Kundgebungen am Samstag

Laim zeigt Flagge gegen Rechtsextreme

München - Mehr als 100 Münchner haben sich am Samstag vier NPD-Mitgliedern entgegen gestellt, die gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft Stimmung machen wollten.

Es war eine Taktik, die nicht aufging. Wie so oft hatte die NPD kurzfristig zu Kundgebungen aufgerufen. Mitten in einem Wohngebiet in Laim wollten die Neonazis am Samstag Stimmung gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft machen. Genauso kurzfristig formierte sich ein beachtlicher Widerstand gegen die Rechtsextremisten. Mehr als 100 Münchner waren gekommen, um gegen die vier NPD-Anhänger Position zu beziehen.

Die Bürger bezogen ganz klar Position.

Bei insgesamt drei Kundgebungen wollten diese gegen die geplante Unterkunft für etwa 500 Flüchtlinge an der Elsenheimerstraße 48 bis 50 hetzen. Mit Plakaten, Pfeifen und Pauken übertönten die Gegendemonstranten jedoch die Reden der NPD-Mitglieder Peter Meidl und Renate Werlberger. Präsenz zeigten auch Vertreter aus der Politik wie Heidi Schiller, Vorsitzende der Münchner Grünen, Roland Petrik, Vorstand der Grünen im Westend, Henrike Hahn, Mitglied des Landesausschusses der bayerischen Grünen und Landtagsabgeordneter Florian Ritter (SPD). Ziel sei es gewesen, „den Leuten in den Stadtvierteln den Rücken zu stärken“, sagte Ritter. Auch in Laim gebe es Verunsicherungen in der Bevölkerung.

Dass die überwiegende Mehrheit der Bürger aber bereit ist, den Flüchtlingen zu helfen und der NPD die Stirn zu bieten, zeigte sich in spontanen Aktionen von Anwohnern, die mit „Flüchtlinge willkommen“-Schildern an Fenstern ihre Solidarität mit den Gegendemonstranten bekundeten. „Das entspricht auch der Münchner Seele. Die ist bunt“, so Henrike Hahn.  

cse

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