SV Laim
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Beim SV Laim klagt man über zunehmenden Vandalismus.

Polizei will vermitteln

„Viele im Haus sind ausgezogen“: Zustände in Münchner Viertel lassen Anwohner schier verzweifeln

Eine neue Baustelle in München? Viele Laimer beschweren sich über mangelnde Sicherheit im Viertel - die Polizei beschwichtigt.

München - „In Laim* leben, heißt sicher leben“, erklärte Polizeioberrat Martin Bachmaier, als er in der Laimer Bürgerversammlung die Polizeistatistik des Stadtteils präsentierte. Laim liegt in der Kriminalitätsstatistik unterhalb des Münchner Durchschnitts. Eine ganz heile Welt ist der Westen der Stadt aber nicht. Das zeigten die erhitzten Gemüter der Bürger in der Versammlung: Jugendgruppen, zugeparkte Bürgersteige und der fehlende Ausbau der Radwege ärgern sie.

„Viele aus unserem Haus sind ausgezogen“: Anwohner klagt sein Leid

Der Sportverein SV Laim klagte über anhaltenden Vandalismus, Anwohner beschwerten sich, wie unsicher sie sich fühlen, da viele Jugendliche sich abends auf den Straßen aufhalten. Ein Bürger, der anonym bleiben wollte, erzählte von Drogenkonsum, Bedrohungen und zerkratzten Autos. „Viele in unserem Haus sind ausgezogen.“ Mehrere Strafanzeigen seien anhängig.

„Sie müssen das im Kontext sehen“, sagte Polizist Bachmaier auf Nachfrage. „Die Corona-Pandemie* hat in den letzten Monaten den Jugendlichen im Viertel keinen Platz gegeben, um sich auszuleben. Schulen, Jugendzentren, Boxvereine, alles war zu. Nicht alle Familien leben in großen Wohnungen, in denen Raum für Individualität ist.“ Die Polizei sei sich des Problems bewusst und arbeite aktiv mit Jugendbeamten, um Konflikte zu vermeiden. Bachmaier wies jedoch ernst darauf hin: „Wenn es um Ruhestörung geht, hat ein Gewaltverbrechen für die Polizei immer Vorrang.“

München-Laim ein neuer Brennpunkt? Polizist: „Wir greifen ein, wenn gefährliche Dinge entstehen“

Sollten sich Anwohner bedroht fühlen, solle trotzdem unbedingt immer die 110 angerufen werden. Darüber hinaus war die Parksituation ein großes Thema: Zugeparkte Bürgersteige in den Wohngebieten sorgen immer wieder für Ärger. Ein entsprechender Antrag wurde von der Bürgerversammlung bestätigt. Martin Bachmaier erklärte: „Wir gehen mit Augenmaß vor und greifen ein, wenn gefährliche Dinge entstehen.“ Es sei keine Lösung, überall Strafzettel zu verteilen. Er appellierte an die Eigenverantwortung der Bewohner und einen offenen Austausch untereinander.

Mit dem Umbau des Laimer Bahnhofs soll auch eine neue Umweltverbundröhre mit Radweg entstehen. Die aktuelle Lage in der von Baustellen geprägten Fußgänger- und Fahrradröhre der Laimer Unterführung sei „nicht zumutbar“, so eine Bürgerin. Außerdem wurde die Stadt aufgefordert, genau zu prüfen, wie die Radwege an der großen Kreuzung Fürstenrieder /Landsberger Straße angepasst werden müssen, um den vielen Radfahrern genug Platz zu bieten. (Elena Dangel) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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