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Manche Passanten stören sich an dem Graffiti an der Fürstenrieder Straße in Laim. 

In Laim

Rechte Schmierereien verunstalten Wandbild

München - Unbekannte haben ein orientalisch aussehendes Graffiti beschmiert.

Eigentlich sollte das neue Graffiti die Unterführung an der Fürstenrieder Straße 51 in Laim schöner machen. Jetzt zeigt sich, dass manche Passanten Schwierigkeiten mit der Interpretation des Kunstwerks haben. Sogar vor rechten Schmierereien schreckte ein Unbekannter nicht zurück.

Neun Tage lang hatte der Graffiti-Künstler Marco Reinhardt ehrenamtlich an seinem Kunstwerk gearbeitet. Unterstützt wurde er dabei vom Baureferat München. Das Graffiti zeigt eine gelbe Schrift auf grünen Hintergrund. Es entstand aus einer Mischung von lateinischen, altdeutschen und orientalischen Formen. Obwohl die Schriftzeichen in ihrer Zusammensetzung keinen Sinn ergeben, fühlten sich anscheinend einige Bürger von dem orientalischen Aussehen des Schriftbildes provoziert. Es dauerte keine 24 Stunden, bis das Werk von einem Unbekannten beschmiert wurde. „Nur deutsche Sprache, nicht solche Zeichen“ war in roter Schrift zu lesen. Mühsam musste der Laimer Künstler die zum Teil rechtsradikalen Schmierereien übermalen.

Dieser Vandalismus habe ihn überrascht, sagt Reinhardt, denn während der Entstehungsphase des Graffiti habe er ausschließlich positive Reaktionen bekommen. „Manche Fußgänger sind stehengeblieben und haben sich gefreut, als sie Buchstaben ihrer Sprache wiedererkannt haben“, berichtet er. Allerdings wird der neue Anstrich in der Unterführung nicht von allen Passanten auf Anhieb verstanden. Ein Bürger kontaktierte den Bezirksausschuss (BA) Laim mit der Frage, wie das Kunstwerk zu verstehen sei. Er assoziiere mit dem Kunstwerk die saudi-arabische Flagge. Der BA Laim betont, dass es sich bei dem Anstrich in der Fußgängerunterführung um ein Kunstprojekt handelt. Durch die Mischung westlicher und orientalischer Schriftformen entsteht eine Fantasiesprache, welche die unterschiedlichen Kulturen miteinander vereinen möchte. 

Johanna Sagmeister

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