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Die Südseite der Laimer Unterführung: Östlich (rechts) der bestehenden Tunnelröhren entsteht die Umweltverbundröhre, die Fußgängern, Radlern und öffentlichem Verkehr vorbehalten ist. Wenn die Tram-Westtangente kommt, wird auch die Tram durch diese Röhre fahren.

Ab Januar rollen die Bagger

So wird die Laimer Unterführung für die zweite Stammstrecke umgebaut

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Nun geht es auch im Westen los. Im Januar beginnen die Vorarbeiten für den oberirdischen Teil der Zweiten S-Bahn-Stammstrecke. Sie beschert den Laimern einen zweiten Tunnel und den Fahrgästen einen runderneuerten S-Bahnhof.

Lange haben Anwohner und Fahrgäste warten müssen: Ursprünglich war der Baustart der sogenannten Umweltverbundröhre einmal für Frühjahr 2007 geplant. Nun wird es 2019 werden, doch das, so versichert Gesamtprojektleiter Markus Kretschmer, sei fix. Neben der bestehenden Unterführung der Fürstenrieder-/Wotanstraße wird eine neue Unterführung ausschließlich für Fußgänger, Radler und öffentlichen Verkehr gegraben. Busse und – wenn die Tram-Westtangente gebaut wird – auch Trambahnzüge halten darin direkt unter dem S-Bahnhof, den die Fahrgäste barrierefrei mit Rolltreppe und Lift erreichen.

Doch bevor die Röhre gegraben wird, ist noch viel zu tun: Alte Bahn-Betriebsgebäude in der Gleistrasse müssen abgerissen und Lagerflächen angelegt werden. Vor allem aber wird die Bahn am Nordrand der Gleistrasse ab Januar eine eigene Baustellenstraße für Lkw und Baumaschinen anlegen. Zwei Tunnel erschließen von dort Bauflächen im Gleisfeld. Der Anschluss der Baustraße an das Münchner Straßennetz erfolgt im Osten über Schloßschmidstraße und Eisnergutbogen, im Westen über die Margarete-Danzi-Straße. Mit Rücksicht auf Berufsverkehr und Anwohner will die Bahn dort den Baustellenverkehr erst nach 8.15 Uhr beginnen lassen. Zu erwarten seien rund zwölf Lkw am Tag, im Februar bis zu 20 Laster. 

Weil an der Margarete-Danzi-Straße ein Schulzentrum liegt, werden mittags und nachmittags Sicherungsposten im Einsatz sein. Der Radweg entlang der Bahntrasse wird umgeleitet. „Das stimmen wir gerade mit dem Kreisverwaltungsreferat ab“, sagt Teilprojektleiterin Anke Hering. Sie versichert, dass man für Sorgen und Wünsche der Anwohner ein offenes Ohr habe. In Kürze soll es Informationen auch in den sozialen Netzwerken geben, zudem wird man einen Baustellenticker abonnieren und das Projekt mit Webcams beobachten können.

Bau der zweiten Stammstrecke in München - alle Infos auf einen Blick

So wird der Laimer Bahnhof in Zukunft aussehen

Die gelb markierten Betriebsgebäude werden abgerissen, und der S-Bahnhof Laim neu gebaut. Rot skizziert: Die Umweltverbundröhre, im ersten Bauabschnitt von Norden (rechts) bis zum Bahnhof, und die Baustellenstraße.

Zunächst werde der S-Bahnverkehr kaum beeinträchtigt, so Kretschmer. Ab März 2019 sei jedoch mit Sperrpausen zu rechnen. Denn dann beginnen gleichzeitig der Bau der Verbundröhre und der Bahnhofs-Neubau. Künftig wird es zwei Doppel-Bahnsteige geben: Einen für Züge stadteinwärts, einen für Züge Richtung Westen – und zwar jeweils für beide Stammstrecken. Wer also zwischen erster und zweiter Stammstrecke wechseln will, weil sein Zug den gewünschten Zielbahnhof nicht anfährt, könne in Laim umsteigen, ohne den Bahnsteig zu wechseln, erläutert Hering. Diese Konstruktion macht allerdings östlich des Bahnhofs eine neue Brücke nötig. Auf dieser überqueren Züge der Zweiten Stammstrecke stadteinwärts die beiden Gleise der alten Stammstrecke.

Kretschmer ist zuversichtlich, dass die Zweite Röhre wie geplant 2026 in Betrieb gehen kann. Für die ersten beiden Bauabschnitte besteht Baurecht. Um den dritten Abschnitt in Haidhausen wird noch prozessiert. Mit vier Klägern verhandle man bereits über eine einvernehmliche Lösung, zwei Klagen müssten wohl vom Verwaltungsgerichtshof entschieden werden, so Kretschmer. Er erwartet ein Urteil im Frühjahr 2018. Dass das Gericht den Bau noch stoppen wird, glaubt er nicht.

Lesen Sie hier: Chefingenieur Markus Kretschmer im Interview - er ist der Herr der zweiten Stammstrecke

Östlich des Bahnhofs gibt es eine neue Brücke

Gleiskreuzung: So wird die Stabbogenbrücke östlich des Bahnhofs Laim aussehen, über die Züge stadteinwärts auf die zweite Stammstrecke gelangen.

Die Kosten könnten am Ende unter den veranschlagten 3,8 Milliarden Euro liegen, sagt Kretschmer. „Bei den Detailplanungen haben wir bisher mehr Optimierungschancen als Risikofaktoren entdeckt.“ Die Kosten der Umweltverbundröhre, laut Kretschmer ein „hoher zweistelliger Millionenbetrag“, zahlt zu 90 Prozent die Stadt.

Informationsabend für Anwohner am Donnerstag, 30. November, um 18 Uhr im Juli-Restaurant, Schloßschmidstraße 5., Forum am Hirschgarten.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Laim – mein Viertel“.

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