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Die geplante Trambahn durch die Fürstenrieder Straße wird laut CSU zu Einschränkungen für den Autoverkehr führen.

Projekt wird wohl erst nach 2. Stammstrecke umgesetzt

CSU will Bau der Trambahn-Westtangente zustimmen

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München - Nach intensiver Diskussion erzielt die Fraktion in Sachen Trambahn-Westtangente eine Einigung. Mehrere an der Strecke ansässige Stadträte werden den Kompromiss aber nicht mittragen.

In der CSU-Fraktion schlug am Montagnachmittag die „Stunde der Wahrheit“. So jedenfalls formulierte es später Fraktionschef Hans Podiuk. Nach einer mehrstündigen, intensiven Diskussion einigten sich die Stadträte darauf, dem Bau der von der SPD vehement geforderten Trambahn-Westtangente zuzustimmen. Der Koalitionsfrieden ist damit bis auf Weiteres gesichert.

Die Fraktionsspitzen von CSU und SPD hatten sich bereits vor der Sommerpause auf den Bau verständigt. Als die Öffentlichkeit davon erfuhr, machten Anwohner der Fürstenrieder Straße aus Sorge vor einem Verkehrschaos massiv Druck bei ihren lokalen Stadträten. Daraufhin nahm die CSU das Thema von der Tagesordnung. Gleichzeitig wuchs in der SPD der Unmut. OB Dieter Reiter (SPD) und seine Fraktion forderten eine Einigung noch in diesem Jahr – schließlich hatten sie im Gegenzug den CSU-Wunschprojekten U5-Verlängerung nach Pasing und Landshuter-Allee-Tunnel zugestimmt.

Nicht alle CSU-Stadträte tragen den Beschluss mit

Hätte die CSU am Montag nicht grünes Licht gegeben, eine veritable Koalitionskrise wäre wohl die Folge gewesen. Nun legt die CSU der SPD die Tramwesttangente unter den Christbaum. Laut Podiuk war das Projekt zustimmungsreif, weil die Partei „deutliche Verbesserungen für den Autoverkehr“ herausgehandelt habe. Trotzdem werden nicht alle CSU-Stadträte den Grundsatzbeschluss am 14. Dezember in der Vollversammlung mittragen. Podiuk rechnet mit drei bis fünf Abweichlern, die im Bereich der Trasse wohnen. Die geplante, neun Kilometer lange Neubaustrecke führt vom Romanplatz in Nymphenburg über die Wotan-, Fürstenrieder und Boschetsrieder Straße zum Ratzingerplatz und endet am U-Bahnhof Aidenbachstraße in Obersendling. Die Kosten belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro. 

Insgeheim hoffen manche CSUler, dass die Tram nie kommt. Laut Podiuk wird das Projekt erst nach dem Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke umgesetzt werden können. Denn die Tram soll einmal durch die neue Umweltverbundröhre Laim führen. Diese ist Bestandteil der Baumaßnahmen für die zweite Stammstrecke. Hinzu kommt der finanzielle Aspekt.

„Wir geben Milliarden für Schulen und Wohnungsbau aus“, sagt Podiuk. „Wenn die Konjunktur nur ein wenig einbricht, ist die Frage, was wir uns dann leisten können.“ Diese Frage dürfte dann allerdings auch die SPD in Bezug auf die CSU-Wunschprojekte stellen.

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