Abbruchreif? Die externe Klinik und Mittelbau sind vom Abriss bedroht.

LMU plant neue Physikgebäude

Tierklinik: Petition gegen Abriss der historischen Gebäude

München - Die Ludwig-Maximilians-Universität plant einen modernen Campus für Physik am Englischen Garten. Dafür müssen die historischen Gebäude der Tiermedizin weichen. Doch gegen diese Pläne regt sich Widerstand.

Noch sind die Physikbauten der Ludwig-Maximilians-Universität über die ganze Stadt verteilt, doch das soll sich bald ändern. Denn am Rande des Englischen Gartens, entlang der Königinstraße, soll in den kommenden Jahren der Entwicklungscampus Physik entstehen. Ein moderner, aus mehreren Gebäuden bestehender Komplex, der endlich alle Einrichtungen der Fakultät an einem Ort konzentrieren könnte. Dafür müssen die hier beheimateten Gebäude der Tierklinik weichen. Für die Einrichtungen ist ein Umzug nach Oberschleißheim bereits geplant.

Trotz Abbruchplänen für Millionen saniert

Die Pläne sehen neun Gebäude auf dem Gelände vor, darunter das Nano-Institut und mehrere Institutsgebäude.

Doch die damit einhergehenden Abrissvorhaben stoßen nicht nur auf Gegenliebe. Die Altstadtfreunde München, eine Initiative, die sich für den Schutz historischer Bauten in der Stadt einsetzt, haben am Mittwoch eine Petition gegen die Abriss- und Neubaupläne beim Bayerischen Landtag eingereicht. Das Ziel: Die in ihren Augen schützenswerten Gebäude der tiermedizinischen Fakultät vor dem Abbruch bewahren. „Mit dem Abriss würden das einmalige Jugendstiltreppenhaus im Mittelbau und die ehemalige Kleintierklinik, die das Bauamt München 2 selbst als „denkmalwürdig“ bezeichnet hat, vernichtet“, erklärt Florian Grüning von den Altstadtfreunden die Motivation der Initiative. Auch weisen die Altstadtfreunde darauf hin, dass das Treppenhaus, die Kleintierklinik aus dem Jahr 1902 und das ehemalige Gebäude der sogenannten „externen Klinik“ vor nicht all zu langer Zeit für mehrere Millionen Euro saniert wurden.

Bauamt versteht Aufregung nicht

So könnte es aussehen: Eine frühe Simulation des Nano-Instituts. Die Fassadengestaltung ist noch nicht abgeschlossen.

Beim zuständigen staatlichen Bauamt 2 kann man die plötzliche Aufregung um die bereits seit mehreren Jahren bestehenden Pläne nicht verstehen. „Natürlich trauert man immer dem Alten nach, aber die Stadt war bei der Planung für die Neubauten immer voll eingebunden“, erklärt der zuständige Bereichsleiter Eberhard Schmid. Auch den Vorwurf der Altstadtfreunde, die veterinärmedizinischen Gebäude seien quasi für die Abrissbirne renoviert worden, will man beim Bauamt so nicht stehen lassen. „Es wurden lediglich die nötigsten Sanierungen durchgeführt, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.“

Ein erster Schritt zum Großprojekt „Entwicklungscampus“ wurde bereits getan: Das ehemalige Institut für Hufkunde und Hufkrankheiten ist abgerissen. Hier entsteht voraussichtlich bis Ende 2018 das Nano-Institut, das erste Gebäude des neuen Physik-Campus. Auch mit dessen Gestaltung sind die Altstadtfreunde unzufrieden. „Zu modern und unspektakulär“, lautet das Urteil. Das Bauamt allerdings weist darauf hin, dass die Abstimmung der Fassade „noch im Fluss“ sei. Ob der Neubau von außen also aussieht, wie auf frühen Simulationen der LMU, steht noch nicht fest.

Grünes Licht am Ende des Jahres?

Dass ihre Petition für diesen Teil der Tierklinik zu spät kommt, wissen auch die Altstadtfreunde. Trotzdem hofft man, zumindest die anderen Gebäude vor Abrissbirne und Bagger bewahren zu können. „Noch haben wir genügend Zeit, etwas zu retten“, sagt Grüning. Beim Nano-Institut sollten sich die Verantwortlichen Gedanken machen, wie man es mit den historischen Gebäuden verknüpfen könne. Das wünscht sich die Initiative auch für das Portal der Tierklinik gegenüber dem Milchhäusl. Der Torbogen ist zwar denkmalgeschützt und somit in keinem Fall vom Abriss bedroht, jedoch fürchtet man, dass er nicht ausreichend in eventuelle Neubauten eingebunden wird.

Derzeit steht noch nicht fest, wann sich der Landtag mit der Petition der Altstadtfreunde befassen wird. Auch für den Bau der anderen Gebäude auf dem Entwicklungscampus gibt es noch keinen genauen Zeitplan, jedoch heißt es beim Bauamt, man hoffe Ende des Jahres vom Stadtrat das grüne Licht für die Bebauungspläne zu bekommen.

Von Annika Schall

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