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Ein Abend für unsere Leser

Adventsstimmung im Pressehaus: Geschichten von Glaube, Liebe, Hoffnung

Weihnachtsstimmung im Pressehaus: Moderator Enrico de Paruta und die „Engelsstimmen“ begeisterten mit ihrer kammermusikalischen Fassung von Ludwig Thomas „Heiliger Nacht“.

Wenn ein zimtig-fruchtiger Glühweinduft durch den vierten Stock des Pressehauses zieht, kommen selbst die emsigen Redaktionsmitglieder des Münchner Merkur in Stimmung. Denn sie wissen: Jetzt startet im Erdgeschoss in der Alten Rotation Enrico de Paruta wieder seine Weihnachtstour mit der kammermusikalischen Fassung von Ludwig Thomas „Heiliger Nacht“. Um hier dabei sein zu können, hatten knapp 2000 Leser bei der Verlosung angerufen – ein neuer Rekord. Die 100 Gewinner und ihre Begleiter begrüßte der Leiter der Außenredaktionen, Bernd Ernemann, am Donnerstagabend dann auch mit den Worten: „Die Glücksfee hat es gut mit Ihnen gemeint.“ Zugleich versprach er ihnen „besondere Stunden“ – er sollte Recht behalten.

Da Thoma exakt vor 100 Jahren seine bairische Version der biblischen Herbergssuche fertiggestellt hatte, ließ es sich Moderator de Paruta nicht nehmen, seine „Heilige Nacht“ besonders zu gestalten. So begleiteten ihn neben den „üblichen Verdächtigen“ Sopran, Tenor, Harfe und Gitarre auch der Männerchor „Collegium Bavariae“ und sogar drei Kindersoprane der „Engelsstimmen“. Eng also wurde es auf der Bühne, und schnell wurde einem beim Zuhören warm ums Herz. Und das, obwohl in der Geschichte viel von eisigen Winden, Frost, Gefühlskälte und Härte in jedweder Form die Rede ist.

Mit Maria und Josefs Reise tauchten de Parutas Zuhörer ein in eine Welt, die eigentlich bloß noch zum Verzweifeln ist. Doch darin ließ der Moderator seine Zuhörer nie lange verweilen. Auch, wenn er dafür manchmal etwas unorthodoxe Methoden anwendete. So streute er amüsant-listige Spitzen über sein Publikum ein – und wich „dezent“ von Thomas Text ab. Aber wie hätte man ihm seine charmante „Handy-Abschalten!“-Schelte übel nehmen können?

Zugleich schälte de Paruta wie nebenbei aus jeder einzelnen Figur ihren Kern heraus, ohne dabei ihre Vielschichtigkeit zu vergessen. Schließlich glaubt auch der oft jeglicher Hoffnung beraubte Josef ab und an an das Gute. Und seiner Maria zauberte de Paruta sowieso stets ein aufmunterndes Lächeln ins Gesicht und Herz – ein wiederkehrender Höhepunkt des Abends. Ein weiterer, wenn auch anders gestrickter, war Josefs Base. De Paruta zeigte sie als ohne-Punkt-und-Komma keifendes Waschweib, das auch eine herrliche Schnute ziehen kann. Ein köstliches Vergnügen, für das er einen Extra-Applaus erntete.

Bei solchen Glanzlichtern nahmen sich Caroline Schmidt-Polex an der Tiroler Harfe und Gitarrist Perry Schack aus München zurück. Diese Momente gehörten de Paruta, sie arbeiteten „nur“ verlässlich wie Uhrwerke im Hintergrund. Doch zwischendrin erzählten auch sie ihre Geschichten über Glaube, Liebe, Hoffnung. Mindestens genauso gefühlvoll-verletzlich ersuchte Sopranistin Bettina Baumgartner-Geltl aus Eggenfelden die Heilige Jungfrau in „Ave Maria“ um Hilfe. Schön, wie sie ergeben und doch überzeugt, dass das Gute bald eintreffen werde, ihre Bitte vortrug. Auch Tenor Nikolaus Pfannkuch aus Penzberg erwies sich als versiert und präsentierte viele klangschöne Details. Bassist Clemens Joswig aus München zeigte sich ebenfalls als Feingeist und fiel nie ins Grobe, Derbe ab.

Und die drei Engelsstimmen? Johanna Jeschonek aus Oberding (11), Kornelius Wagner aus München (9 und Merkur-Preisträger 2016) sowie Lilly von Schilling aus Freising (10) starten ihr Wiegenlied für das Christuskind zart und zerbrechlich – um dann aufzutrumpfen, ähnlich wie ihre großen Kollegen. Nur das mit dem versteckten Gähnen hinter dem professionellen Lächeln müssen sie sich noch ein bisschen besser abschauen. Köstlich!

Konzerte in der Hofkirche

Für das „Münchner Weihnachtssingen 2016“ gibt es nur noch Restkarten an der Abendkasse in der Allerheiligen-Hofkirche. Der Kartenvorverkauf für die Aufführungen 2017 startet am Montag, 19. Dezember.

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