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Das Bündnis Denkmalnetz Bayern hat eine eigene Idee vom Neubau des Hauptbahnhofs präsentiert.

Statt einem Hochhaus soll es nun flacher bleiben

Alternativ-Vorschlag für den neuen Hauptbahnhof

München - Die Pläne für den neuen Münchner Hauptbahnhof werden weiter heiß diskutiert. Nun macht das Denkmalnetz Bayern einen eigenen Vorschlag.

Die Entwürfe für den neuen Hauptbahnhof sind weiter umstritten. Nachdem Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) die Pläne der Bahn heftig kritisierte und von einem „monströsen Hochhaus“ am Starnberger Flügelbahnhof sprach (wir berichteten), meldet sich nun auch die Ortsgruppe München des Bündnisses Denkmalnetz Bayern zu Wort. Dahinter verbirgt sich ein loser Zusammenschluss bayerischer Bürgerinitiativen.

Der von der Deutschen Bahn und der Stadt favorisierte Architektenentwurf steht in der Kritik.

Hauptkritikpunkt ist der geplante 75-Meter-Turm, für den der denkmalgeschützte Flügelbahnhof abgerissen werden soll. Nach Meinung des Denkmalnetzes ein „fragwürdiges spekulatives Renditeobjekt“. Das Hochhaus sprenge jeglichen Maßstab und kollidiere mit der Altstadtsilhouette. Der Neubau als Ganzes bringe bahntechnisch keine Verbesserung, sondern werde zu einem Bahnhof mit überdimensionierter Shopping-Meile. Die architektonische und geschichtliche Bedeutung des Gebäudebestandes aus den 1950er Jahren mit den integrierten historischen Bürklein-Bahnhofsresten werde in dem Siegerentwurf der Münchner Architekten Auer+Weber missachtet. Der Bau des vollverglasten neuen Hauptgebäudes soll drei Jahre vor Inbetriebnahme der S-Bahn-Stammstrecke beginnen. Ein genauer Zeitplan existiert also nicht, weil nach wie vor unklar ist, wie lange die Realisierung der neuen Stammstrecke noch auf sich warten lässt – es heißt, frühestens im Jahr 2025.

Auch der Landesdenkmalrat hatte sich unlängst negativ geäußert. Das geplante Hochhaus störe „diverse Sichtachsen“ in der Innenstadt „erheblich“, hatte dessen Vorsitzender Thomas Goppel erklärt. Denkmäler in der Umgebung würden „degradiert“. Das Bündnis Denkmalnetz meint, dass die Bahn und die Landeshauptstadt mit einem behutsam sanierten Münchner Hauptbahnhof ein wegweisendes Nachhaltigkeitsprojekt verwirklichen könnte, „das in Europa seinesgleichen sucht: ökonomisch, ökologisch und kulturell nachhaltig“. Die Initiative hat dazu selbst einen Entwurf vorgelegt.

Am heutigen Dienstag befasst sich die Stadtgestaltungskommission mit den Neubauplänen für den Hauptbahnhof. Die großen Parteien im Rathaus befürworten die Pläne der Bahn – auch Spaenles Parteikollegen von der CSU.

Klaus Vick

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