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Karin Schmiderer und Raymond Hibel (r.) bekochen Obdachlose.

An Heiligabend

Ismaningerin brät Gänse für Obdachlose unter der Brücke

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München - Auch wer kein warmes Wohnzimmer hat, sollte Weihnachten feiern können: Das findet die Ismaningerin Karin Schmiderer - und brät deswegen jedes Jahr einen Gänsebraten für Obdachlose an der Wittelsbacherbrücke.

Der geschmückte Christbaum ist da, der Gabentisch und der Gänsebraten auch – allerdings in diesem Fall nicht in einer Wohnung, sondern draußen unter der Wittelsbacherbrücke! Es ist der Heilige Abend, das Fest der Nächstenliebe. Die Ismaningerin Karin Schmiderer und ihr Lebensgefährte Raymond Hiebl (beide 53) leben diese Nächstenliebe, indem sie den Obdachlosen hier einen Weihnachtsbraten servieren.

Sogar ein Christbaum wird aufgestellt.

Drei Jahre ist es her, da fielen der Kantinenangestellten beim Spaziergang an der Isar die Menschen auf, die unter den Brücken in der Innenstadt leben. „Da war ein junger Mann, der von seinem Vater aus Grünwald verstoßen worden war. Der war gerade 31 Jahre alt, er hat sich später totgesoffen, das machte mich total betroffen.“ Schmiderer wollte etwas tun und beschloss, den Ärmsten der Armen wenigstens an Weihnachten etwas Gutes zu tun. Seitdem brät sie an Heiligabend ein paar Gänse und bringt sie den Frauen und Männern an die Isar.

Schmiderer steht extra um 5 Uhr auf

So wie an diesem Samstag: „Ich bin früh um fünf aufgestanden und habe die erste von drei Gänsen in den Ofen geschoben.“ Mit dem Kombi ihres Lebensgefährten bringt sie mittags die Gänse an die Wittelsbacherbrücke: „Sie sind noch richtig heiß, wenn wir sie auspacken.“ Ein paar Bierbänke werden aufgestellt, 50 Semmel- und zehn Kartoffelknödel sowie Blaukraut gibt es auch – später etwas Glühwein und Stollen. Und die Augen der Gäste am Tisch hellen sich auf …

Musik gibt es aus dem Kofferradio.

„Da ist ein ehemaliger deutscher Lehrer, der nicht mehr ins Leben zurück findet, ein Iraker, der unter der Brücke lebt. Schmiderer: „Mir ist egal, woher jemand kommt. Wer unter der Brücke schläft, der friert und hat ein schweres Schicksal.“ Ismet Jaschard aus Bulgarien etwa freut sich, er hat seit Monaten nichts Warmes mehr gegessen.

Schmiderer findet: „Es müsste viel mehr für diese armen Leute getan werden. Ich habe mir im neuen Jahr vorgenommen, mich an den Oberbürgermeister zu wenden.“

Auch hier feierten die Armen

800 Obdachlose feierten im Hofbräuhaus.

O du fröhliche! Rund 800 Obdachlose durften an Heiligabend auf Einladung des Katholischen Männerfürsorgevereins München KMFV unter seinem Vorsitzenden Ludwig Mittermeier Heiligabend im Hofbräuhaus feiern. Und das schon zum 67. Mal! Der Festsaal strahlte.

Rund 100 Ehrenamtliche servierten, sangen mit den Gästen Weihnachtslieder und lauschten Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg, der aus dem Weihnachtsevangelium las.

Und der Autor und CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer (76) grillte – wie bereits im vorigen Jahr in der Funkkaserne für Flüchtlinge – mit Mitarbeitern seiner Stiftung Sternenstaub einen Ochsen und veranstaltete ein Fest.

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