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Mitunter ein gefährliches Pflaster: Die Sitten werden rauher am Münchner Hauptbahnhof.

Sorgenkind Hauptbahnhof

Bahnhofsmission braucht nach Krawallen Sicherheitspersonal

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München - Drogen, Alkohol, Aggressionen: Immer öfter gibt es in jüngster Zeit am Münchner Hauptbahnhof Probleme. Die Bahnhofsmission hat nach Krawallen sogar einen eigenen Sicherheitsdienst angestellt. Das KVR ruft zum Runden Tisch.

Die Bahnhofsmission am Gleis 11 ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in Notsituationen. Jetzt brauchen die Helfer selbst Unterstützung.

Schon drei Mal hatten sie es mit derart aggressiven Klienten zu tun, dass einige Mitarbeiter so geschockt waren, dass sie ihren Dienst erst mal nicht antreten konnten. Erst war es eine Frau, die im Aufenthaltsraum geschlafen hatte und die Bahnhofsmission morgens nicht mehr verlassen wollte. Sie wurde so wütend, dass die Polizei mit sieben Beamten eingreifen musste. Ein anderes Mal riss ein Mann ein meterhohes Holzkreuz von der Wand und zertrümmerte damit die Scheiben eines Büroraums. Im dritten Fall wurden Mitarbeiter von einem Mann so massiv beschimpft und bedroht, dass sie sich in der Küche vor ihm in Sicherheit bringen mussten.

Immer aggressiver und gewaltbereiter

Ein Sicherheitsdienst sorgt seitdem für Ordnung – und wird es auch weiterhin tun. Am Donnerstag stimmte der Stadtrat einer Erhöhung der Fördermittel für die Bahnhofsmission zu, damit diese den Dienst bezahlen kann. In der Beschlussvorlage ist zu lesen, dass dies nach Aussagen der Bahnhofsmission dringend nötig sei, weil sich – vor allem abends und nachts – immer mehr Menschen im und am Bahnhof aufhielten. Es gebe häufig Polizeieinsätze, und allgemein falle auf, dass die Menschen aggressiver und gewaltbereiter seien.

Mitunter ein gefährliches Pflaster: Die Sitten werden rauher am Münchner Hauptbahnhof.

Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei am Hauptbahnhof, bestätigt, dass es jüngst vermehrt Probleme gegeben habe. Immer wieder würden sich auch Geschäftsleute und Bürger deshalb beschweren. Zum Beispiel weil Gruppen den Zugang zu einigen Läden verstellten oder weil Drogengeschäfte gemacht würden. „Es ist ein Auf und Ab“, sagt Hauner. Es habe Zeiten gegeben, in denen der Hauptbahnhof völlig frei von jeglicher Drogenszene gewesen sei. „Das hat sich wieder geändert.“ Auch mit alkoholisierten Menschen hat es die Polizei oft zu tun, sagt der Sprecher. Und mit Gruppen, die sehr aggressiv gegenüber der Polizei auftreten oder es am nötigen Respekt gegenüber den weiblichen Beamten mangeln lassen.

Auch Bahnsprecher Bernd Honerkamp berichtet von „Reibereien mit Leuten, die keine Fahrgäste sind“ und die auch das Sicherheitspersonal der Bahn angingen. Die kalte Jahreszeit trage ihren Teil zu den Problemen bei. „Im Sommer halten sich die Leute wieder mehr im Freien auf und müssen sich nicht mehr im Bahnhof aufwärmen.“ Was die Schwierigkeiten dann wieder verschiebt.

KVR befasst sich mit dem Thema

Im Kreisverwaltungsreferat hat man das Thema schon länger im Blick. Der Hauptbahnhof hat nach Aussage von Sprecherin Daniela Schlegel beim „Sicherheits- und Aktionsbündnis Münchner Institutionen“, das für eine engere und bessere Zusammenarbeit der einzelnen Behörden und der Polizei gegründet worden war, schon immer eine Rolle gespielt. Im November vergangenen Jahres sei ein Runder Tisch für den Hauptbahnhof entstanden mit je nach Thema unterschiedlichen Teilnehmern wie der Deutschen Bahn, der MVG, der Polizei, Bundespolizei und Verbänden. Ziel sei es, an einem Strang zu ziehen. Gemeinsam Lösungen für die Probleme im Bahnhof zu finden und Maßnahmen abzustimmen – etwa verstärkte Präsenz von Polizei und Sicherheitspersonal oder Haus- und Betretungsverbote. In der Runde geht es aber auch um Themen wie die Sauberkeit am Bahnhof oder die anstehenden Umbauarbeiten.

Lesen Sie auch: Bundespolizei erprobt am Münchner Hauptbahnhof Bodycams

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