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Bodycams sind bei der Bundespolizei am Münchner Hauptbahnhof ab Freitag im Einsatz.

Bundespolizei-Leiter erklärt

Bundespolizei erprobt am Münchner Hauptbahnhof Bodycams

München - Testlauf für Bodycams am Münchner Hauptbahnhof: Von Freitag an erprobt die Bundespolizei den Einsatz von mobilen Körperkameras. Der Leiter der Bundespolizei erklärt warum.

Zwei Paar Augen sehen mehr als eins. Zwei Paar Augen und eine Videokamera: unschlagbar. Die Bundespolizei München erprobt seit Donnerstag die sogenannten Bodycams. Beamte nutzen die mobilen Videokameras, um Aufnahmen ihres Gegenüber anzufertigen. Rund 1000 Euro kosten die Geräte, die es entweder als Brust- oder als Schulterkamera gibt. In München werden 25 geschulte Beamte drei Exemplare ein Jahr lang testen. Wir klären die wichtigsten Fragen rund um die Bodycams.

Warum die Kameras?

„Wir stellen immer mehr Gewalt und Respektlosigkeit gegenüber Beamten fest“, sagt Jürgen Vanselow, Leiter der Bundespolizei-Inspektion München. „Im vergangenen Jahr stieg die Anzahl von Widerstandshandlungen gegenüber Polizisten in der Stadt von 129 auf 142 Fälle.“ Hinzu kommen viele Pöbeleien, die bisher nicht aufgezeichnet werden. Die Kameras sollen Angreifer abschrecken.

Was sind die Ziele des Testlaufs?

„Wir werden mit den Kameras hoffentlich weniger Aggressionen spüren“, sagt Polizeimeister Nicolas Hermann, der die Bodycam nun regelmäßig tragen wird. Zum einen dienen die Kameras dem Eigenschutz der Beamten. Die Aufnahmen sollen zudem als Beweismaterial für Konfliktsituationen dienen. „Wir wollen außerdem sehen, wie die neue Technik von Beamten und Bürgern aufgenommen wird“, so Vanselow.

Wie funktioniert die Anwendung?

Die Kameras werden in München hauptsächlich am Hauptbahnhof im Einsatz sein, bei Bedarf auch an anderen Orten. Die Beamten tragen an ihrer Uniform die Aufschrift „Videoüberwachung“ und schalten die Bodycams nur in brenzligen Situationen und mit Ankündigung an. Insgesamt können die Kameras bis zu acht Stunden Video-, jedoch kein Tonmaterial aufnehmen.

Was passiert mit den Aufnahmen der Bodycams?

Die Polizisten können die Geräte im Einsatz lediglich ein- und ausschalten. Die Auswertung des Materials übernehmen Vorgesetzte. Nicht benötigtes Material wird umgehend gelöscht. Erscheinen die Aufnahmen für Ermittlungen hilfreich, werden sie so lange wie nötig von Staatsanwaltschaft und Gericht gespeichert.

S. Höbel

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